OTS0132 5 II 0331 FMB0006 CI Mi, 08.Jun 2016
Grüne / Walser / Schulreform / Unterrichtsausschuss / Bundesregierung

Walser zu Schulreform: Erste Bausteine da, Fundament fehlt

Grüne begrüßen neuen Diskussionsstil im Unterrichtsausschuss

Wien (OTS) - „Im gestrigen Unterrichtsausschuss war erstmals ein neuer Stil der Bundesregierung spürbar, als die Regierungsparteien sich bemühten, Vorschläge der Opposition aufzugreifen, zu diskutieren und abzustimmen“, zeigt sich der Grüne Bildungssprecher Harald Walser positiv überrascht: "Ich hoffe, dass diese neue Gesprächskultur erhalten bleibt. Denn alle Seiten profitieren von der Zusammenarbeit.“
Die Verlängerung und Ausweitung der Sprachförderung auf die kommenden drei Schuljahre sei dringend notwendig gewesen, da die gesetzliche Grundlage dafür mit Ende dieses Schuljahres ausläuft. „Eine unbegrenzte Einrichtung wäre allerdings sinnvoll gewesen, denn zu glauben, dass sich in drei Jahren am Bedarf etwas ändert, ist naiv", betont Walser. Außerdem müssten dafür endlich ein Förderkonzept und eine zielgerichtete Evaluierung installiert werden und vor allem müssen die Maßnahmen den betroffenen SchülerInnen während der gesamten Bildungslaufbahn zur Verfügung stehen.

„Die Elementarpädagogik ist endlich im Unterrichtsausschuss angekommen, wo sie auch hingehört“, freut sich Walser über die Diskussion zum Thema. Allerdings müsste nun auch auf Ministerebene eine Zusammenführung der pädagogischen Fachbereiche im Bildungsministerium erfolgen. Walser ist überzeugt: „Dann könnte eine kindgerechte Schuleingangsphase geschaffen werden!“ Dem Passus in der Regierungsvorlage, der in Zukunft Eltern dazu verpflichtet, die Erhebungsbögen aus dem Kindergarten zur Anmeldung in die Volksschule zu bringen, hat Walser seine Zustimmung verweigert. „Wir brauchen kein Zeugnis für Kindergartenkinder, sondern Zeit für Kinder, sich in der Schule einzuleben und sich in ihrem Tempo zu entwickeln!“

„Die Möglichkeit zur alternativen Leistungsbeurteilung in den ersten drei Schulstufen zeigt, dass die Schulreform doch in Richtung Modernisierung gehen will“, stellt Walser anerkennend fest, wie wohl er gerne eine generelle Abschaffung der Ziffernnoten gesehen hätte. Auch der vielfach geforderte Bürokratieabbau und Ausbau der Schulautonomie kommt noch nicht wirklich in die Gänge. Von einer sozialindexierten Schulfinanzierung, die bedarfsgerechte Förderung erst ermöglichen würde, sind wir allerdings noch weit entfernt. „Insgesamt haben wir nun zwar erste Bausteine, das Fundament für eine tiefgreifende Reform fehlt aber noch“, stellt Walser zusammenfassend fest.

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