OTS0099 5 WI 0564 VVO0001 CI Mi, 08.Jun 2016
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Hohes Risiko: 4 von 10 Verkehrsunfällen passieren durch Ablenkung

Wien (OTS) - Stellen Sie sich vor, Sie fahren mit 130 km/h 180 Meter mit geschlossenen Augen über die Autobahn. Stellen Sie sich vor, Sie fahren mit 50 km/h 70 Meter einfach blind durch die Stadt. Das würden Sie nie tun? Österreichs Verkehrsteilnehmer zeichnen ein anderes Bild: Allein 900.000 Telefonate und 200.000 SMS-Nachrichten werden aus Österreichs Autos übermittelt – jeden Tag! Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz diskutierten Experten des österreichischen Versicherungsverbandes VVO und des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) darüber, wie Ablenkungsunfälle in Zukunft vermeidbar sind. Darüber hinaus schärfen ab Juni 2016 neue, vom KFV entwickelte Ablenkungsworkshops für Schulen, das Bewusstsein von Jugendlichen für Gefahren und unnötige Risiken.

Der Mensch ist täglich tausenden Ablenkungsmöglichkeiten ausgesetzt. „Gerade im Straßenverkehr ist allerdings volle Aufmerksamkeit überlebenswichtig“, erklärt VVO-Vizepräsident Hartwig Löger, Vorstandsvorsitzender UNIQA Österreich. Die Zahlen belegen die unterschätzten Gefahren: Mit einem Anteil von 37 Prozent am Gesamtunfallgeschehen war Ablenkung bzw. Unachtsamkeit im Durchschnitt der letzten Jahre (2012-2014) die häufigste Unfallursache in Österreich - und der Anteil steigt laufend: rund 13.000 Unfälle mit Personenschaden ereigneten sich jährlich in den letzten Jahren. 110 Personen starben durchschnittlich dabei. Allein von 2013 auf 2014 stieg die Zahl der getöteten Verkehrsteilnehmer durch Ablenkungsunfälle um 27 Prozent an (2014:11; 2013:87).

„Jeder dritte Verkehrsunfall passiert, weil Personen im Straßenverkehr abgelenkt sind“, erklärt Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit). Das KFV fand auch heraus, dass 131 Ablenkungsarten für verschiedene Unfallszenarien im Straßenverkehr maßgeblich sind. Thann: „Wie gefährlich eine Ablenkungsart ist, hängt von Faktoren wie Dauer, Häufigkeit und Intensität ab.“

5 Sekunden „blind“: 200.000 SMS werden täglich aus dem Auto verschickt

Das Handy ist und bleibt einer der wichtigsten Ablenkungsfaktoren im Straßenverkehr. Allein 200.000 SMS werden täglich während der Fahrt in Österreich versandt. Das entspricht einer Ablenkungszeit von bis zu fünf Sekunden. „In dieser Zeit hat man auf der Autobahn bei 130 km/h bereits 180 Meter im Blindflug zurückgelegt. Im Stadtverkehr bei 50 km/h sind es rund 70 Meter.
Das sind wichtige Meter – Meter, die über schlimmste Verletzungen, Invalidität und sogar Leben und Tod entscheiden können", so Thann.

Auch Fußgänger und Radfahrer sind immer häufiger abgelenkt: Eine Auswertung an Daten von mehr als 2.500 Fußgängern zeigt, dass 29 Prozent beim Queren von Straßen erkennbar abgelenkt sind – mit deutlichen Auswirkungen auf die eigene Sicherheit.

Risikogruppe junge Menschen: KFV geht nun in die Schulen

Um junge Menschen für die Gefahren von Ablenkung zu sensibilisieren, bietet das KFV ab Juni 2016 Ablenkungs-Workshops in Schulen an. Erste Pilotprojekte laufen bereits in allen österreichischen Bundesländern erfolgreich. Junge Menschen sollen in die Lage versetzt werden, die Gefahr, in die sie sich begeben, und deren eventuelle Folgen einzuschätzen, Risikokompetenz zu entwickeln und ihr Verhalten entsprechend anzupassen. Mit ansprechenden Tools, wie zum Beispiel TV-Spots, wird Jugendlichen ihre Eigenverantwortung bewusst gemacht. Persönlichkeitstests, Übungen zur Sinneswahrnehmung oder Stressbewältigung werden ebenso gerne angenommen wie Tools zur Messung der eigenen Reaktionsgeschwindigkeit.

Fakten und Zahlen zum Thema:

  • 38 % aller Straßenverkehrsunfälle passieren durch Ablenkung (2014)
  • 13.000 Unfälle mit Personenschaden durch Ablenkung (2014)
  • 111 Verkehrstote durch Ablenkung (2014)
  • 131 Ablenkungsarten sind für Verkehrsunfälle ursächlich
  • 900.000 Telefonate täglich ohne Freisprechanlage im Straßenverkehr
  • 200.000 SMS täglich im Straßenverkehr
  • Bis zu 5 Sekunden Ablenkung durch eine einzige SMS

Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/7613

Rückfragen & Kontakt:

VVO Versicherungsverband Österreich
Mag. Dagmar STRAIF
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F.: 01/711 56-270
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