OTS0076 5 II 0317 FCG0001 WI Mi, 08.Jun 2016
Gewerkschaften / Soziales / Arbeitsmarkt

FCG-vida: 12-Stunden-Tag schadet mehr, als er nutzt!

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dürfen nicht für Experimente herhalten. In der derzeit diskutierten Form schadet der 12-Stunden-Tag mehr, als er Vorteile bringt.

Wien (OTS/FCG) - Lange Arbeitszeiten wirken demotivierend und steigern die Unfallgefahr während und nach der Arbeit deutlich. Dennoch wird erneut über die Ausweitung der täglichen Arbeitszeit auf 12 Stunden diskutiert. „Die FCG in der Gewerkschaft vida findet die Diskussion in der Form entbehrlich“, kritisiert der Bundesvorsitzende KR Christian Gruber die Diskussion, „das Arbeitszeitgesetz soll Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer schützen. Das geschieht auch zum Wohl des Arbeitgebers, der motivierte und gesunde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigt.“

„Auch der Freizeitblock nach drei 12-Stunden-Tagen kann den Vorschlag nicht beschönigen. Wir befürchten, dass sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer - im schlimmsten Fall - die Freizeitphase nicht frei aussuchen können, sondern von der Firma vorgeschrieben bekommen, und das lehnen wir strikt ab. Zuerst zwingt man Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, 12 Stunden zu arbeiten, und hinterher dürfen diese nicht selbst über ihre Freizeit bestimmen. Sicher nicht mit unserer Zustimmung“, so der Bundesgeschäftsführer der FCG-vida, KR Friedrich Pöltl.

Ein 12-Stunden-Arbeitstag schafft keine zusätzlichen Arbeitsplätze. Da wird den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Honig ums Maul geschmiert, der eigentlich sehr bitter schmeckt. Es ist nämlich das Gegenteil der Fall. Unternehmen brauchen derzeit für Großaufträge entweder eine Vereinbarung mit dem Betriebsrat – da eine Ausweitung der Arbeitszeit über einen gewissen Zeitraum auch jetzt schon möglich ist – oder zusätzliche Arbeitskräfte. In Zukunft bräuchten die Arbeitgeber weder das eine noch das andere, denn die Großaufträge würden von den eigenen Arbeitskräften im Rahmen der 12-Stunden-Tage abgewickelt. „Die Flexibilisierung in der diskutierten Form bringt somit nur dem Arbeitgeber Vorteile. Wo bleibt die Flexibilisierung für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer? Daher meinen wir: Ein 12 Stunden-Tag soll weiterhin über Kollektivverträge oder Betriebsvereinbarungen geregelt werden, denn hier regeln das Personen, die sich täglich mit den Bedürfnissen der Betroffenen auseinandersetzen“, so Gruber und Pöltl abschließend.

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