OTS0117 5 II 0407 VGT0001 CI Di, 17.Mai 2016
Tiere / Jagd / Recht

Graz: Heute Landtags-Unterausschuss zum Verbot des Aussetzens von Zuchtfasanen

VGT-AktivistInnen sitzen vor dem Landhaus in der Herrengasse in Graz 12 Stunden in einer Fasanvoliere, um auf die Dringlichkeit des Problems aufmerksam zu machen

Wien (OTS) - In der Feudalgesellschaft war es herrschaftliche Praxis, gezüchtete Vögel in Massen für die Jagd auszusetzen. Im adelig-dominierten England geschieht das heute noch im großen Stil, in der Steiermark werden pro Jahr ca. 26.000 Zuchtfasane aus ungarischen und tschechischen Massentierhaltungen ausgesetzt, es gibt aber auch Stockentenzuchten für die Jagd. Im Schlosspark in Thal bei Graz schießen herrschaftliche Gäste aus Deutschland bei fröhlichen Treibjagdspektakeln jeden Herbst auf 1000 extra dafür ausgesetzte Fasane. Ein Antrag der Grünen im Landtag führte zu einem Unterausschuss, der heute erstmals im Landhaus in Graz getagt hat. Es geht um die Frage, ob das Aussetzen gezüchteter Fasane, Rebhühner und Enten für die Jagd grundsätzlich verboten werden soll. Ein wissenschaftliches Gutachten belegt, dass dieses Aussetzen dem Erhalt der genannten Arten nur schadet und große Tierquälerei bedeutet. Doch die Vertretung der Jägerschaft will unbedingt alte Jagdtraditionen auch gegen den Mehrheitswillen erhalten.

Um auf die Dringlichkeit des Themas aufmerksam zu machen, protestieren heute TierschützerInnen des VGT zeitgleich vor dem Landhaus in der Herrengasse in Graz. 3 TierschützerInnen haben sich 12 Stunden lang in einer dort aufgebauten Fasanvoliere einsperren lassen. Der VGT hat mit seiner Kampagne gegen die Jagd auf Zuchttiere seit Juli 2015 das Thema ins Rollen gebracht und im Herbst zahlreiche Fasanerien und Enterien sowie Treibjagden auf Zuchtfasane in der Steiermark dokumentiert. Bei einem Termin im Büro des zuständigen Landesrates Johann Seitinger vor einigen Monaten wurde die VGT-Delegation auch von 4 Jägern verstärkt, die persönliche Erfahrungen mit dem Aussetzen von Zuchtfasanen in ihren Revieren gemacht haben. Die Bejagung ausgesetzter Tiere sei nicht weidgerecht, so der Tenor, das Aussetzen habe keine Bestandsstützung gebracht.

VGT-Obmann Martin Balluch: „Nach einer Umfrage sind über 70 % der Menschen in Österreich für ein absolutes Verbot des Aussetzens gezüchteter Tiere für die Jagd. Diese Praxis macht keinen vernünftigen Sinn, sie ist nur eine jagdliche Tradition des ehemaligen Adels aus einer Zeit, in der Tiere nichts galten. Jetzt müssen Nägel mit Köpfen gemacht werden, und keine halben Sachen. Wir fordern ein absolutes Verbot des Aussetzens dieser Zuchttiere für die Jagd. In jedem Fall darf in einem Jagdrevier für mehrere Jahre nicht auf Fasane geschossen werden, wenn dort Zuchttiere ausgesetzt worden sind!“

Rückfragen & Kontakt:

VGT - Verein gegen Tierfabriken
DDr. Martin Balluch
Kampagnenleitung
01/929 14 98
medien@vgt.at
http://vgt.at

***OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT***

OTS0117 2016-05-17/13:34