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Bildung / Schule

Industrie präsentiert Positionspapier „Die PädagogInnen der Zukunft: Leitbild, Handlungsempfehlungen und Maßnahmen“

IV-Präs. Kapsch: Attraktivität der pädag. Berufe erhöhen – Finanzielle, pädagogische und personelle Autonomie – Partnerschaft zwischen Eltern, Gesellschaft und Arbeitswelt

Wien (OTS/PdI) - „Engagierte, gut ausgebildete, motivierte, motivierende und verantwortliche Pädagoginnen und Pädagogen sind der wesentliche Erfolgsfaktor für gelingende Entwicklungs- und Bildungsprozesse von Kindern und Jugendlichen. Die Pädagoginnen und Pädagogen aller Bildungsbereiche – inklusive der Elementarpädagogik – sind entscheidend für die Qualität des Bildungssystems und damit für eine positive Entwicklung des Wirtschafts- und Wissensstandorts Österreich“, betonte der Präsident der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Georg Kapsch, anlässlich der Präsentation des IV-Positionspapiers „Die PädagogInnen der Zukunft“ heute Dienstag in Wien. Gesellschaftlicher Wandel, Veränderungen in Arbeitswelt, Sozialstrukturen und Familie sowie starre und veraltete Strukturen stellten die Berufsgruppe vor wachsende Herausforderungen.

„Es braucht generell mehr Verständnis für die Verantwortung und Leistungen der Pädagoginnen und Pädagogen. Wichtig ist es uns als Industrie einen aktiven Beitrag zu leisten, um Image und Attraktivität der pädagogischen Berufe zu erhöhen“, so der IV-Präsident. In einem gemeinsamen Prozess mit Pädagoginnen und Pädagogen aller Bildungsbereiche, Schülerinnen und Schülern, Eltern hat die IV ein zukunftsorientiertes PädagogInnen-Leitbild erarbeitet, das ein professionelles Rollen- und Selbstverständnis beschreibt und künftige Kernaufgaben der Pädagoginnen und Pädagogen beschreibt. „Darüber hinaus“, so Kapsch, „zeigen wir jene Handlungsfelder und Maßnahmen im Elementar- und Schulbereich auf, die es künftig für ein lernförderliches Klima in Kindergarten und Schule braucht.“

Steigende Ansprüche und Herausforderungen – Ein PädagogInnen-Leitbild

„Eine im Auftrag der IV erstellte Sonderauswertung des Arbeitsklima-Index belegt, dass Pädagoginnen und Pädagogen vielfach mit schwierigen und belastenden Arbeitsbedingungen konfrontiert sind“, so Mag. Christoph Hofinger von SORA. Die Berufsgruppe fühle sich am häufigsten durch psychischen Stress und Zeitdruck stark belastet, wobei sich Pflicht- und Berufsschullehrerinnen und -lehrer stärkeren Belastungen ausgesetzt fühlen, als Pädagoginnen und Pädagogen an höheren Schulen. „Die Pädagoginnen und Pädagogen der Zukunft bringen Begeisterung für ihren Beruf mit, verstehen sich selbst als lebensbegleitend Lernende, fördern einen positiven Umgang mit der Diversität der Lernenden und sind wertschätzend und empathisch“, erklärte Elementarpädagogin Mag. Nicole Ruckser, die an der Erstellung des Leitbildes mitgewirkt hat. Diese Eigenschaften seien Kerninhalte eines künftigen Rollen- und Selbstverständnis der Berufsgruppe.

Angebote für Aus-, Fort und Weiterbildung verbessern

„Pädagogische Berufe verlangen reife Persönlichkeiten mit Lebenserfahrung und einer entsprechenden Haltung. Damit Pädagoginnen und Pädagogen ihre Aufgaben bestmöglich erfüllen können, braucht es eine qualitätsvolle Ausbildung auf tertiärem Niveau sowie bedarfsorientierte und regelmäßige Weiterbildungs- und Professionalisierungsangebote für Leitungsfunktionen,“ so Kapsch. Ein wichtiger Schüssel sei daher eine sorgfältige Überprüfung der Auswahl und Eignung aller künftigen Pädagoginnen und Pädagogen. Bereichernd und wünschenswert wären zudem mehr Quereinsteiger in den pädagogischen Berufen.

Mehr Autonomie und bessere Rahmenbedingungen in Schulen und Kindergärten

Aus Sicht der IV brauche es mehr finanzielle, pädagogische und personelle Autonomie in Schulen und Kindergärten, um Entscheidungs-und Handlungsspielräume für die Pädagoginnen und Pädagogen zu erhöhen. Unabdingbar seien dabei eine individuelle und situationsbezogene Unterstützung durch multiprofessionelle Teams am Standort und administratives Personal sowie ein attraktiver Lebens-und Arbeitsraum für Lehrende und Lernende, inklusive entsprechender Arbeitsmittel und -plätze oder neuen Karriereperspektiven innerhalb und außerhalb der Profession sowie ein leistungsförderndes Dienstrecht.

Bildungspartnerschaft zwischen Eltern, Gesellschaft und Arbeitswelt fördern

„Eltern sind ein unverzichtbarer Schulpartner“, betonte der IV-Präsident, „daher muss es gelingen, die Bildungspartnerschaft zwischen Bildungseinrichtungen und Familie zu fördern und zu stärken.“ Auch ein verbesserter Übergang zwischen Kindergarten und Schule sowie eine regelmäßige Kooperation der Bildungseinrichtungen mit Wirtschaft und Industrie, im Sinne einer frühen Bildungs- und Berufsberatung seien unverzichtbar. „Auch vor dem Hintergrund der bevorstehenden Pensionierungswelle der Pädagoginnen und Pädagogen brauchen wir mehr junge Menschen, die sich für pädagogische Berufe interessieren“, so Kapsch abschließend.

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