OTS0127 5 CI 0536 NEF0008 II Do, 24.Mär 2016
Gesundheit / Jugend / Politik / Gesetze / Tabak

Tabakkontrolle: Wird der Rat internationaler Experten für Gesundheits- und Jugendschutz in Österreich gehört?

Wien (OTS) - Über das neue Tabakgesetz wird im April 2016 entschieden. Wer hat sich bei unabhängigen Fachleuten informiert und wer begnügt sich mit dem Rat von Lobbyisten? Österreich hat deutlichen Aufholbedarf bei der Tabakkontrolle. Die internationale Tagung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften „Tobacco Control“ am 5. April 2016 zieht Bilanz: Top-ExpertInnen, wie Stanton Glantz vom Tobacco Control Research Center in den USA, berichten über die positive Auswirkung von gesundheitspolitischen Maßnahmen. Entscheidungsträger aus Politik und Wissenschaft diskutieren die gesellschaftliche Verantwortung für Gesundheits- und Jugendschutz sowie eine verstärkte Tabakkontrolle.

Bei Tabakkontrolle und Nichtraucherschutz zählt Österreich nach wie vor zu den Schlusslichtern in Europa. Wie zögerlich und zurückhaltend die Politik im Hinblick auf die Gefahren von Tabakkonsum und Passivrauchen agiert, belegen internationale Studien: OECD, WHO, der europäische Schülersurvey und der Verband der Europäischen Krebs-Ligen stellen Österreich kein gutes Zeugnis aus. Dabei ist bekannt, dass ein Mix aus verschiedenen evidenzbasierten Maßnahmen wie Tabaksteuererhöhungen, Nichtraucherschutz, Informationskampagnen, Tabakwerbeverbote, Warnhinweise und Tabakentwöhnungsangebote die nachhaltigsten Erfolge bei der Senkung des Tabakkonsums liefert.

Ob sich mit Inkrafttreten des neuen Tabakgesetzes am 20. Mai 2016 etwas ändern wird, ist fraglich. Denn offenbar haben kurzsichtige wirtschaftliche Interessen in Österreich mehr Gewicht als Gesundheits- und Jugendschutz.

Dabei verursacht Rauchen mehr Kosten als Steuereinnahmen, insbesondere durch verminderte Produktivität, Krebs, COPD und andere chronische Leiden.

Unter dem Titel „Tobacco Control“ veranstaltet die Österreichische Akademie der Wissenschaften (Kommission Klima & Luftqualität) am 5. April 2016 eine internationale Tagung, die neueste Erkenntnisse zu Tabakprävention und Rauchertherapien präsentiert. Zu Gast sind Top-ExpertInnen, die über Prävention und Therapieansätze in westlichen Industrieländern und unseren Nachbarländern Italien und Ungarn berichten: Stanton Glantz, Kardiologe an der Universität von Kalifornien, referiert über gesundheitspolitische Maßnahmen, die von Kalifornien bis Australien zu einem Rückgang von Herzinfarkten, Schlaganfällen und Lungenkrankheiten führten und setzt sich kritisch mit E-Zigaretten auseinander. Heide Weishaar, von der Public Health Abteilung der Universität Glasgow, berichtet, wie es in Westeuropa gelang, die Raucherraten nachhaltig zu senken und über gesundheitliche und wirtschaftliche Folgen. Der Epidemiologe Giuseppe Gorini vom Krebsforschungsinstitut Florenz zieht kritische Zwischenbilanz im Kampf gegen Passivrauchen, der in Italien, Spanien und Griechenland unterschiedlich erfolgreich war. Der Mediziner und frühere Gesundheitsminister Ungarns Miklós Szócska schildert, welchen Effekt ein neues Tabakgesetz auf wissenschaftlicher Grundlage für die Abnahme der gesundheitlichen und ökonomischen Bürde des Landes hatte und was Ungarn im Ranking der EU Krebsliga vom drittletzten Listenplatz (27) auf Rang 11 aufsteigen ließ.

Eine Diskussion mit Entscheidungsträgern aus Politik und Wissenschaft zum bislang eingeschlagenen Weg, zur Novelle zum Tabakgesetz sowie zur Akzeptanz und Durchsetzung legistischer Maßnahmen bildet den Abschluss der Veranstaltung.

Internationale Tagung „Tobacco Control“ 5.April 2016 13:30 -21:00 Uhr Österreichische Akademie der Wissenschaften, Theatersaal, Sonnenfelsgasse 19, 1010 Wien

Programm:
http://www.aerzteinitiative.at/Tobacco%20Control%202016.html
Das Symposium (Vorträge in englischer Sprache) ist öffentlich, die Teilnahme kostenlos.

Anmeldung bis 31.3.2016 an KKL@oeaw.ac.at

Pressegespräch „Tobacco Control“ 5. April 2016, 10 Uhr Einladung an MedienvertreterInnen zum Gespräch mit den ExpertInnen Ort: Österreichische Akademie der Wissenschaften, Theatersaal, Sonnenfelsgasse 19, 1010 Wien

Anmeldung zum Pressegespräch unter public.relations@oeaw.ac.at. Interviews mit allen Referenten sind am 5.4. möglich und am 6.4. (nur mit Prof. Glantz und Prof. Gorini) nach Vereinbarung.

Rückfragen & Kontakt:

Gudrun Breschar, Tel: +43 (0)1 51581-2450.
Sven Hartwig, Tel: +43 (0)1 51581-1331

Univ.Prof. Dr. Manfred Neuberger manfred.neuberger@meduniwien.ac.at

***OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT***

OTS0127 2016-03-24/14:39