OTS0040 5 II 0536 NPI0001 WI 25.Feb 16
Pensionen / Studie / Generationen

Junge Industrie: Keine weiteren Pensionsreformen zu Lasten der Jüngeren

JI-Vorsitzende Niss: Jüngere tragen bereits jetzt Hauptlasten, Fairness nicht gegeben – Ulrich Schuh: Neue Studie zeigt starke und fragwürdige Umverteilungswirkung im bestehenden System

Wien (OTS/PdI) - „Angesichts des bisherigen Verlaufs der Debatte stellt sich ohnehin die Frage, ob es nicht besser wäre den ‚Pensionsgipfel‘ auf ein Datum nach dem Wahlkampf zu verlegen. So oder so muss eines klar sein: Die jüngeren Generationen müssen bereits jetzt die Hauptlasten im Pensionsbereich tragen – weitere Belastungen müssen hier ausgeschlossen werden, bereits jetzt ist die Fairness im System nicht mehr gegeben. Die Jungen müssen zudem in Zukunft bei allen Diskussionen über das Pensionssystem mit eingebunden werden“, so die Bundesvorsitzende der Jungen Industrie (JI), Dr. Therese Niss. Bereits Ende 2015 hatte die JI eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstitutes EcoAustria vorgestellt, die die Umverteilungswirkung zwischen einzelnen Pensionsarten beleuchtet. „Bereits hier hatte sich gezeigt, dass die bisherigen Reformen, Ausnahmen und Sonderregelungen im Pensionssystem zu sehr fragwürdigen Effekten führen. Bisher konnte uns noch niemand erklären, warum es gerecht sein soll, dass verschiedene Pensionsarten in derart unterschiedlicher Höhe bezuschusst werden“, so Niss.

Beim zweiten Teil der Studie wurde der Fokus auf die intergenerative Umverteilungswirkung des Pensionssystems gelegt. Niss zu den Ergebnissen: „Es ist ja irgendwo unvermeidlich, dass die jüngeren Generationen weniger aus dem Pensionssystem herausbekommen werden. Aber angesichts der eklatanten Ungleichbehandlung mancher Jahrgänge darf es hier zu keinen weiteren Belastungen kommen. Außerdem müssen wir gerade angesichts dieser Ergebnisse einmal mehr einen echten Automatismus im Pensionssystem einfordern – ein solcher wäre jedenfalls fairer als die aktuelle politische Willkür.“ Auf lange Sicht am besten wäre sicherlich, so Niss, die Systemumstellung auf ein beitragsorientiertes System. „In einem ersten Schritt sollte aber jedenfalls für mehr Transparenz gesorgt werden. Am Pensionskonto sollte für jedermann ersichtlich sein, welche Pension er oder sie erwarten kann, und welcher Teil davon aus eigenen Beiträgen, Ersatzzeiten oder eben Steuerzuschüssen kommt.“

Schuh: Verteilungswirkungen sollten immer in Betrachtung einfließen.

„Es ist im Grunde erschreckend, dass offenbar noch niemand einen genauen Blick auf die doch erheblichen Umverteilungseffekte innerhalb des Pensionssystems geworfen hat. Die Verteilungswirkung sollte jedenfalls bei allen zukünftigen Reformen in die Überlegungen mit einfließen“, so Dr. Ulrich Schuh, Chef des Forschungsinstitutes EcoAustria. „Die Studie zeigt klar, dass gegenwärtig einerseits weder die finanzielle Nachhaltigkeit gegeben, noch andererseits das gegenwärtige System aus dem Blickwinkel der Fairness positiv zu beurteilen ist.“ So sinke das Leistungsniveau im Pensionssystem für Jüngere sehr deutlich ab, wobei „die Jahrgänge zwischen 1972 und 1986 sicherlich die Hauptbetroffenen sind“, so Schuh. Auch aus Sicht Schuhs seien daher „zusätzliche Belastungen für bestimmte Jahrgänge derzeit nicht vertretbar. Demgegenüber könnten Bereinigungen der horizontalen Umverteilung (d.h. etwa Streichung der Hackler-, Schwerarbeiterpensionen u.ä.) zur mittel- bis langfristigen finanziellen Stabilisierung beitragen.“

Aus Sicht der Jüngeren sei seiner Meinung nach „erstens eine Verringerung nicht intendierter Umverteilungswirkungen zur Herstellung von mehr Fairness im Pensionssystem einzufordern“, wie Schuh ausführte. „Zweitens sollte bei künftigen Pensionsreformen der Beachtung der Verteilungswirkungen eine zentrale Bedeutung bei der Gestaltung zukommen.“ Drittens müsse es dringend gelingen, die finanzielle Nachhaltigkeit der Pensionsversicherung sicherzustellen. „Denn nur dann kann es gelingen, dass auch für die junge Generation die Altersvorsorge vorhersehbar und planbar wird“, so Schuh.

Die Studie als Download:
http://www.jungeindustrie.at/dokumente/78/EcoAustria_Studie_Verteilun
gPensionen_Konsolidiert.pdf

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