OTS0011 5 CI 0321 BKO0001 Di, 26.Jän 2016
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Potenzial für Cannabinoide auch bei neuropathischen Schmerzen

15. Österreichische Schmerzwochen: Wirksame Cannabis-Medikamente haben nichts mit Legalisierung zu tun

Wien (OTS) - Eine italienische Studie zeigt, dass das Cannabinoid Dronabinol die nozizeptive Übertragung von Schmerzreizen beim Menschen hemmen kann. Nozizeptiver Schmerz entsteht durch Stimulation der Schmerzrezeptoren (Nozizeptoren). „Damit könnte ein weitere Hinweis erbracht sein, dass Cannabis-Medikamente künftig auch in der Behandlung von neuropathischen Schmerzen eine wichtigere Rolle spielen könnten“, so Prim. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Likar, MSc., Generalsekretär Österreichischen Schmerzgesellschaft und Leiter der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin am Klinikum Klagenfurt, anlässlich der 15. Österreichischen Schmerzwochen. Bisher wurde Einsatz von Cannabinoiden bei neuropathischen Schmerzen widersprüchlich diskutiert, weil die Evidenz für diesen Bereich noch gering ist.

Die klinische Wirksamkeit von Cannabinoiden konnte inzwischen in verschiedenen Indikationen wissenschaftlich belegt werden. „Gut belegt sind vor allem brechreizhemmende, appetitsteigernde und krampflösende Effekte. Cannabinoide lindern Schmerz, Spastik und Angst, stimulieren den Appetit, unterdrücken Übelkeit und Erbrechen, verbessern die Lebensqualität und können in multimodale Behandlungskonzepte gut integriert werden“, so Prof. Likar. „Besonders synergetisch ist die Kombination des Hanfpflanzen-Bestandteils THC mit einer Opioid-Therapie. Anders als Opioide führen Cannabinoide auch bei Überdosierung zu keiner potenziell lebensgefährlichen Atemdepression und auch zu keiner Unterdrückung der wichtigen Abwehrfunktion gegen infektiöse Keime.”

Die in Gesellschaft und Politik oft emotional geführte Diskussion über eine Cannabis-Legalisierung sollte jedenfalls keine ungünstigen Auswirkungen auf den Einsatz von Cannabinoid-Medikamenten in der Schmerz- und Palliativmedizin haben, wünscht sich Prof. Likar: „Der Einsatz von Cannabinoiden in der Therapie darf nicht mit einer Legalisierung des Cannabis-Konsums verwechselt werden. Damit dafür geeignete Patienten von den gut dokumentierten, positiven medizinischen Eigenschaften von Cannabinoiden profitieren können, brauchen wir keine Legalisierung von Marihuana, und auch keinen kontrollierten Verkauf von Blüten in der Apotheke. Es stehen uns dafür bereits jetzt wirksame, standardisierte Medikamente zur Verfügung. “

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