OTS0118 5 II 0401 AKW0002 WI Fr, 27.Nov 2015
Soziales / Arbeiterkammer / Hauptversammlung / Kaske

Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer (BAK): Kaske: Arbeitszeit verkürzen, Arbeit umverteilen – 1

Wien (OTS) - "Arbeitszeit verkürzen, Arbeit umverteilen“, verlangte Bundesarbeitskammerpräsident Rudi Kaske heute (Freitag) vor der Bundesarbeitskammer-Hauptversammlung in Frauenkirchen. Die ArbeitnehmerInnen-Seite sei offen für verschiedene Lösungen, von der 6. Urlaubswoche über die Verteuerung von Überstunden für die Arbeitgeber bis hin zur Ausweitung der Freizeitoption in den Kollektivverträgen. Investieren ist das Gebot der Zeit: „Die Wirtschaft muss das Raunzen einstellen und die Chancen ergreifen“, so Kaske und verwies auf die Beschlüsse des Arbeitsmarkt- und Konjunkturgipfels: Die Wohnbau-Offensive der Regierung soll in den kommenden Jahren für den Bau von 30.000 Wohnungen sorgen und damit rund 20.000 Jobs sichern. Dazu kommt der Ausbau der Energie-Infrastruktur und die Ausweitung öffentlicher Garantien, damit die Unternehmen neue Investitionen angehen können. Kaske forderte erneut die Lockerung der starren Defizitregeln im EU-Fiskalpakt. „Wir brauchen jetzt Investitionen in Schulen, in die Kinderbetreuung oder auch in den öffentlichen Verkehr“, sagte er. Die Lohnsteuersenkung, für die ÖGB und AK lange gekämpft haben, wird ab Jänner 2016 den Beschäftigten mehr Geld bringen und den Konsum ankurbeln. Und auch in der Arbeitsmarktpolitik und beim Arbeitsrecht seien wichtige Schritte gesetzt worden, so Kaske.

Verbesserungen im Arbeitsrecht
Mit dem Arbeitsrechtspaket, wurden wichtige Verbesserungen für die Beschäftigten er-reicht, so Kaske, etwa die Einschränkungen für die Arbeitgeber bei den Konkurrenzklau-seln und bei Forderungen nach dem Rückersatz von Ausbildungskosten. Verbesserun-gen wird es auch bei den All-in-Verträgen geben. Künftig muss der Grundlohn angeführt werden. Für Kaske ist das wichtig, um Lohn- und Sozialdumping zu bekämpfen.

Aktive Arbeitsmarktpolitik
Um mehr Beschäftigungschancen für ältere ArbeitnehmerInnen zu sichern, wird ab 2018 das „Bonus-Malus-System“ wirksam. Betriebe, die dann ausreichend Ältere beschäftigen, profitieren. Betriebe, die sich unbelehrbar zeigen, verlieren. „Wir hätten uns ein ambitio-nierteres Modell gewünscht. Aber dieses Modell ist ein „Einstieg“, so Kaske. Als ganz wichtiges Ergebnis wertete Kaske auch, dass das AMS nun mehr Geld für eine aktive Arbeitsmarktpolitik hat.

Zukunftsaufgaben
Nicht locker lassen will Kaske bei seiner Forderung nach einer aktiven Industriepolitik. Angesichts der fortschreitenden Digitalisierung der Wirtschaft braucht es einen strategischen Masterplan der Regierung mit Beteiligung nicht nur der Arbeitgeber, sondern auch der ArbeitnehmerInnen-Seite. Und Kaske forderte eine „nationale Bildungsstrategie“: „Angesichts der Tatsache, dass ein beträchtlicher Anteil der Jungen die Schule verlässt, ohne ausreichend Lesen, Schreiben und Rechnen zu können, hat das „oberste Priorität“. Weil Ausbildung auch im Erwachsenen-Alter wichtig sei, fordert Kaske „die Weiterentwicklung des AMS zu einer Bildungsagentur“.

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