OTS0112 5 WI 0702 IWL0001 CI Di, 24.Nov 2015
Energiemarkt / Energiequellen / Umwelt / Klima

Energieeffizienz und Ölheizung – ein Widerspruch?

Wien (OTS) - Ganz Europa hat sich für 2020 ambitionierte Energiesparziele gesetzt. Um die geplanten Einsparungen auch in Österreich wirklich zu erreichen, braucht es konkrete und vor allem realistisch umsetzbare Maßnahmen. Neue Ölheizungen können im Raumwärmebereich besonders viel zur Energieeffizienz beitragen.

Die von der EU vorgeschriebene Energieträgerneutralität wird im österreichischen Energieeffizienzgesetz nur unzureichend umgesetzt. Das Vorhaben, den Ölkesseltausch ab 2018 nicht mehr als Effizienzmaßnahme anzuerkennen, benachteiligt diesen Energieträger enorm. Diese Strategie arbeitet den Klimazielen genauso entgegen wie der Ruf einiger Ölheizungskritiker nach einem generellen Verbot von Ölheizungen. „In der Praxis kann Österreich die geplante Einsparung auf 1050PJ bis 2020 nur dann erreichen, wenn Effizienzmaßnahmen für alle Energieträger gleichberechtigt berücksichtigt werden. Die Forderung nach einem Ausschluss von Ölheizungen basiert auf einer grünen Utopie, die uns diesem Ziel nicht näher bringen wird“, ist Martin Reichard, Geschäftsführer IWO Österreich, überzeugt. So bleibt ein hohes Einsparungspotenzial ungenutzt und besonders sozial schwächere Menschen im ländlichen Raum werden benachteiligt. Auch in Sachen Umwelt wird in der politischen Debatte zu eindimensional argumentiert – Feinstaubemissionen werden beispielsweise nicht berücksichtigt.

Ausschluss ist kontraproduktiv

Jeder Haushalt, der sich für eine Modernisierung des Ölkessels entscheidet, spart bis zu 40% Energie. Bei der Förderaktion der österreichischen Mineralölindustrie Heizen mit Öl wurden seit 2009 rund 38.000 Anträge zur Förderung von neuen Heizungsanlagen eingebracht. Dabei wurde im Rahmen dieser freiwilligen Vereinbarung mit dem Wirtschaftsministerium eine Effizienzerhöhung von 1.849 GWh erzielt. Diese hohen Einsparungen ergeben sich vor allem dadurch, dass 85% der getauschten Kessel mehr als zwei Jahrzehnte in Betrieb waren. „Mit den Förderungen von Heizen mit Öl unterstützen wir österreichische Haushalte dabei, unkomplizierte Energieeffizienzmaßnahmen mit einem geringen Investitionsaufwand umzusetzen – und das ohne die Verwendung von Steuergeldern“, erklärt Reichard. „Die Einsparungsziele ohne Maßnahmen im Ölheizungsbereich zu erreichen ist aus unserer Sicht unmöglich.“

Nachteil für sozial schwache Haushalte

Die Modernisierung einer Ölheizung bringt einem Haushalt eine unmittelbare Entlastung des Haushaltsbudgets: Durch Förderungen unterstützt entstehen nur niedrige Investitionskosten, die sich mit Energieeinsparungen von bis zu 40% schnell auszahlen. Die Modernisierung von Ölheizungen ist gerade deswegen für sozial schwächere Haushalte eine wichtige Effizienzmaßnahme im Raumwärmebereich. Das Risiko ist, dass bei Ausschluss der Ölheizungen gerade in diesen Haushalten keine Effizienzmaßnahmen umgesetzt werden und so alte, ineffiziente Anlagen weiter in Betrieb bleiben. Die flächendeckende Umstellung auf neue Energieträger ist unrealistisch:
Viele Ölheizungsbesitzer heizen schon seit Jahrzehnten mit Öl und sind dabei so zufrieden, dass sie keine anderen Energieträger einsetzen möchten. Oftmals ist eine Umstellung auch durch die topographischen Gegebenheiten oder aus technischen und finanziellen Gründen nicht möglich oder sinnvoll. Zudem sind kostengünstige Energieträger wie Gas oder Fernwärme besonders im ländlichen Raum nicht zugänglich, wodurch nur der teure Umstieg auf Pellets, Holz oder Biomasse bleibt.

Klimaschutz: Argumente greifen zu kurz

Hauptargument hinter der Forderung, Ölheizungen aus den Effizienzmaßnahmen auszuschließen, ist der Umweltgedanken. Was jedoch nicht bedacht wird: Ölheizungen haben besonders geringe Feinstaubemissionen. Heizöl extra leicht schwefelarm verbrennt praktisch feinstaubfrei, feste Brennstoffe wie Stückholz und Pellets emittieren bis zu 1.200 mal mehr Feinstaub als moderne Ölheizungen. Auch im Bereich CO2 zeigt sich, dass die Ölheizung nicht der alleinige Verursacher ist: CO2 entsteht bei jedem Verbrennungsvorgang, so emittiert Heizöl 0,27kg CO2/kWh, Erdgas 0,21kg C02/kWh, Biomasse 0,37kg CO2/kWh.

Unternehmen brauchen klare Spielregeln

Das österreichische Einsparungsziel kann nur dann erreicht werden, wenn alle Akteure im Energiebereich zusammenarbeiten. Ein Energieeffizienzgesetz, das Unsicherheiten für die Unternehmen bringt, wird auf lange Sicht nicht greifen. Umso wichtiger sind klare Spielregeln in der Verordnung zum Energieeffizienzgesetz. Es soll klar ersichtlich werden, was als Maßnahme für die Einsparungsverpflichtung zählt und was nicht. Um Flexibilität für die Unternehmen zu schaffen, ist es natürlich wünschenswert, dass möglichst viele Maßnahmen gelistet sind. Martin Reichard: „In unseren Augen ist der derzeitige Verordnungsentwurf ein Schritt in die richtige Richtung. Um Effizienzmaßnahmen wirklich voranzutreiben, wünschen wir uns weiterhin und verstärkt klar definierte Kriterien, was angerechnet wird und was nicht.“

Über das IWO

Das IWO-Österreich (Institut für Wärme- und Oeltechnik) ist ein als Verein organisiertes Kompetenzzentrum für Heizfragen und versteht sich als zentrale Informations- und Beratungseinrichtung der österreichischen Mineralölwirtschaft. Mitglieder des IWO-Österreich sind zahlreiche Unternehmen aus den Bereichen Mineralölindustrie, Energiehandel, Kesselindustrie, Installationsunternehmen, Wirtschaftskammern, Tankhersteller und Kaminwerke.

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