OTS0098 5 II 0323 STK0001 Fr, 20.Nov 2015
Kärnten / Klagenfurt / Köfer / Bildung / Reform

Bildungsreform – LR Gerhard Köfer: „Bundesregierung betreibt reinsten Etikettenschwindel“

„Schulautonomie“ stellt leere Worthülse dar. Nein zu Bildungsdirektionen und Modellregionen

Klagenfurt (OTS) - „Angekündigte Revolutionen finden nicht statt.“ Mit diesen klaren Worten kommentiert Team Kärnten-Landesrat Gerhard Köfer die in dieser Woche präsentierten Eckpunkte der Bildungsreform:
„Vom durch die Bundesregierung angekündigten großen Wurf ist rein gar nichts übrig geblieben. Was Rot und Schwarz zustande gebracht haben, ist ein einziger Etikettenschwindel auf Kosten zukünftiger Generationen.“ Köfer kritisiert vor allem den Umstand, dass „Schulautonomie“ für die Regierung in der Reform nur eine leere Worthülse darstellt: „Österreich ist gegenwärtig, was eigenständige Entscheidungsmöglichkeiten in den Schulen betrifft, das Schlusslicht Europas. An dieser Situation wird auch die Bildungsreform nichts ändern. Es sollte ein Schuldirektor seine Lehrer selbst auswählen, anstellen und sich – falls pädagogisch notwendig – auch von ungeeigneten Kollegen trennen dürfen. Die Regierung räumt den Direktoren allerdings nicht mehr als ein Vetorecht bei der Aufnahme von neuem Lehrpersonal ein. Diese Lösung verdient das Prädikat „Autonomie“ nicht, es gibt keine Selbstbestimmungsmöglichkeiten.“

Köfer sieht aufgrund der Reform die Bildung weiter am Gängelband der Parteipolitik. „Freiraum für Bildungseinrichtungen, Schüler und Lehrer sowie Mut sind Begriffe, die in der Reform nicht vorhanden sind. Vielmehr haben sich SPÖ und ÖVP nur auf den kleinsten gemeinsamen Nenner geeinigt.“ Die Bildungsdirektionen stellen laut Köfer den Versuch der Regierung dar, den politischen Einfluss weiter auszubauen und ihre eigenen Machtpositionen einzuzementieren: „Mit diesen neuen Einrichtungen werden die Landeshauptleute endgültig die totale politische Kontrolle über das Thema Bildung erhalten.“ Die geplanten Modellregionen mit Abschaffung der Gymnasien bewertet Köfer als „teures sozialistisches Bildungsexperiment zu Lasten unserer Kinder. Wenn an 15 Prozent der Schulstandorte Gymnasien und Sonderschulen abgeschafft werden und alles in einen Schultyp gepfercht wird, wird das zwangsläufig dazu führen, dass etliche Eltern ihre Kinder in teure Privatschulen werden schicken müssen“, prophezeit Köfer, der in Bezug auf die Modellregionen von einer „Nivellierung des Bildungsniveaus nach unten“ und einer „Durchschnittsfalle“ spricht.

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