OTS0072 5 CI 0525 NEF0003 II Do, 12.Nov 2015
Asyl / Flüchtlinge / Konrad / Politik

Christian Konrad im management club Gespräch: „Wer will, der kann!“

Dr. Christian Konrad und Dr. Ferdinand Maier über ihre Arbeit im Auftrag der Bundesregierung „Es geht um Menschen und nicht um Akten."

Wien (OTS) - Vor rund 100 Gästen sprach Dr. Christian Konrad, Flüchtlingskoordinator der Bundesregierung gemeinsam mit Dr. Ferdinand Maier, seinem langjährigen Wegbegleiter und auch in der neuen Funktion engsten Mitarbeiter, unter der Moderation Otmar Lahodynsky vom Wochenmagazin „profil“, am 11. November im management club über ihre Aufgaben in der brandaktuellen Flüchtlingsfrage.

Lahodynsky leitete die Diskussion zur „Causa prima“ mit einem Rückblick auf den eisernen Vorhang und die Zeitblende auf den heutigen Tag ein. Bis Ende des Jahres werden in Österreich rund 95.000 Flüchtlinge in Österreich sein und auch bleiben wollen. „Die EU wirkt in ihrer Rolle schon mit der Verteilung überfordert“, so Lahodynsky.

Wir mussten erstmal organisieren

Christian Konrad ging in seinem Statement vor allem auf seine Rolle ein: „Ich bin der Koordinator der Regierung und nicht der Kommentator“. Er betonte, dass die Bundesregierung in ihrer grundsätzlichen Ausrichtung „selbstverständlich einig sei, dass es nicht um ein die Grenze dichtmachen gehen könne“, und er sei sich sicher „dass wir am Freitag eine gemeinsame und gangbare Lösung sehen werden, wie der Andrang der Flüchtlinge an den Außengrenzen vernünftig kanalisiert wird.“ In persönlichen Worten berichtete er vom Anruf von Vizekanzler Mitterlehner und der schnellen Aufnahme seiner Arbeit: „Gemeinsam mit meinem ‚Alter Ego’ Dr. Ferdinand Maier musste ich uns erst einmal ein Bild machen um dann wirklich alles zu organisieren.“

„Sowohl ÖBB als auch Westbahn haben großartiges geleistet! – Respekt und Wertschätzung für die freiwilligen Helfer“

Die Leistung der Zivilgesellschaft strich er besonders heraus:
„Menschen haben teilweise ihr Studium unterbrochen und ihren Job aufgegeben, um zu helfen, das ist beeindruckend!“ Er habe großen Respekt vor den freiwilligen Helferinnen und Helfern, so Konrad. Außerdem hob Konrad die Leistungen der beiden Bahngesellschaften in Österreich hervor: „Was ÖBB und Westbahn geleistet haben, ist wirklich beeindruckend. Die Bereitschaft zur Hilfe war von Anfang an gegeben.“

Bürokratie als größtes Hindernis

„Auf die österreichische Verwaltung können wir wirklich stolz sein! Wir sind ein toll verwaltetes Land – aber das führt in Notsituationen zu einem gewissen Stillstand“, so kommentierte Konrad die oft überbürokratischen Hürden. „Als wir drei Sanitärcontainer in Traiskirchen aufstellen ließen, um die Lage zu entspannen, kamen Beschwerden wegen der fehlenden Genehmigungen“, merkte Maier an. Konrad und Maier setzten sich durch. Die Container blieben stehen.

Insgesamt zeigten sich sowohl Maier als auch Konrad zufrieden mit der Zwischenbilanz für Österreich: „Wir haben seit Ende August 450.000 Menschen ohne gröbere Probleme durch Österreich gebracht. Wir haben z.B. im August durch die Initiative für ein Feldspital des Roten Kreuzes für 4.700 Menschen in Traiskirchen eine adäquate medizinische Versorgung ermöglicht und wir konnten erst gestern mit der UNO und ihrem World Food Programme einen Versorgungsvertrag abschließen, der dafür sorgt, dass ausreichend winterfeste Quartiere bereitstehen werden“, um gleich weiter auszuführen „Wir sind Österreich im Jahr 2015: Wir sind Mitglied einer Solidargemeinschaft und wir haben uns zur Genfer Flüchtlingskonvention bekannt, wir sehen diese Herausforderung als Aufgabe, ohne ‚Wenn und Aber’.“

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