OTS0093 5 KI 0368 NRF0003 Mi, 08.Jul 2015
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„Am Schauplatz“ am 9. Juli: „Letzter Halt Praterstern“

Wien (OTS) - Der Wiener Karlsplatz war jahrzehntelang das berüchtigte Zentrum der Drogen- und Obdachlosenszene. Jetzt ist er verwaist. Die "Karlsplatzkinder" sind umgezogen - auf den neu renovierten Bahnhof Praterstern. "Am Schauplatz"-Reporter Alfred Schwarzenberger hat viele Tage am Praterstern zugebracht und versucht in der Reportage "Letzter Halt Praterstern" - zu sehen am Donnerstag, dem 9. Juli 2015, um 21.05 Uhr in ORF 2 - herauszufinden, wer die Menschen sind, die "am Stern" gestrandet sind.

Auf dem Vorplatz hocken die Alkoholiker schon frühmorgens beim ersten Doppler. Beim Eingang lungern die Drogensüchtigen herum. Auf der Hinterseite, neben dem Wurstelprater, haben es sich Arbeiter aus Bulgarien im Gras gemütlich gemacht. Leere Flaschen liegen herum, ein junges Mädchen schnorrt die Passanten um ein paar Münzen an.

"Der Stern ist unsere Heimat", sagt ein leicht schwankender junger Mann und nimmt einen Schluck aus seiner Rumflasche. "Wir sind hier eine Familie, hier hilft ein jeder jedem, wir teilen alles."

"Ein Skandal, wie es hier zugeht", schimpfen aufgebrachte Anrainer und Zugreisende. "Die sollen weg hier und lieber was arbeiten!" Die Polizei versucht durch Dauerpräsenz, den Passanten ihre Angst zu nehmen.

Alfred Schwarzenberger hat viele Geschichten gehört. Sie handeln von den immer gleichen Themen: Von Armut, Krankheit und Verlusten. Der junge Mann mit der Rumflasche hat gerade seinen Bruder verloren: "Er ist hier am Stern gestorben. Alkoholvergiftung". Herr Sibi wohnt unter einer Verladerampe und sucht verzweifelt nach Arbeit. Er braucht Geld, um es nach Polen zu schicken, zu Frau und Kindern. Herr Karl hatte einmal ein ganz normales Leben und einen ganz normalen Job. Jetzt hat er nichts mehr, nur die Flasche und seine Kumpels auf der Parkbank am Praterstern. "Wissen Sie, manchmal komme ich mir vor wie ein Außerirdischer", seufzt der Wiener.

Der Praterstern ist der einzige Ort, der für sie noch so etwas wie ein Zuhause ist. Die meisten Passanten machen einen Bogen um Karl, Sibi und die anderen. Alfred Schwarzenberger hat sich dazugesetzt. Und war erstaunt, "wie höflich und freundlich wir aufgenommen wurden".

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.

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