OTS0024 5 CI 0504 VIR0001 II Fr, 06.Mär 2015
Transport / Bau / Politik / Umwelt / Natur

VIRUS an LH Pröll: Fuß- und Radbrücke zur Marchegger Ostbahn dazukombinieren!

Schildbürgerstreiche der Vergangenheit nicht wiederholen!

Wien (OTS) - Unterstützung für den Wunsch von Landeshauptmann Pröll nach einer zusätzlichen Fußgänger- und Radbrücke in die Slowakei bei Marchegg äußert die Umweltorganisation VIRUS, sieht allerdings Realisierungschancen nur im Zuge des dort geplanten Bahnausbaus. Sprecher Wolfgang Rehm "Das einzige konkrete Projekt das dort errichtet werden wird, ist die zweite Eisenbahnbrücke. Landeshauptmann Pröll soll sich mit ganzer Kraft dafür einsetzen, dass Fuß und Radverbindung mit dieser kombiniert errichtet werden. Die Fehler die 2004 zum Scheitern des ersten Projektes geführt haben dürfen nicht wiederholt werden."

Im Rahmen des Ausbaus der Ostbahn sieht die ÖBB-Infra für die Erreichung der durchgehenden Zweigleisigkeit eine weitere Marchbrücke neben der bestehenden vor. Wie sich laut VIRUS im Zuge der Umweltverträglichkeitsprüfung herausgestellt habe, sei eine Querungsmöglichkeit für Fußgänger und Radfahrer zwar technisch möglich, aber derzeit nicht Projektbestandteil, weil im NÖ Landesradwegkonzept eine derartige Verbindung nicht enthalten sei. "Es ist klar dass die ÖBB nicht von sich aus zur Tat schreiten wird, wenn sich im Land niemand darum bemüht. Hier muss LH Pröll nachhelfen und wird es wohl auch eine Landesbeteiligung brauchen," so Rehm. Das Bahnprojekt habe jedenfalls bereits die UVP absolviert, lediglich die naturschutzrechtliche Bewilligung sei noch ausständig. Die Umweltorganisation erinnert daran, dass ein Projekt zur Marchquerung für Fußgänger und Radfahrer bereits Anfang der 2000er Jahre auf der Startrampe stand, jedoch "versemmelt" worden sei weil man im Land unbedingt nachträglich eine Straßenbrücke auf das Projekt draufpacken wollte. "Nach bemühtem Trittbrettfahrertum und zwei inszenierten Spatenstichen ist das Projekt gescheitert, derartige Schildbürgerstreiche sollten sich nicht noch einmal wiederholen. Die Ankündigungspolitik der Vergangenheit wurde bereits als solche entlarvt, die Leute wollen keine weiteren großen Sprüche des Landeshauptmanns hören", kritisiert Rehm. Er erinnert in diesem Zusammenhang an jene Hau-Ruck Aktion mit der auf Landeskosten unter schwierigen Bedingungen im Winter 2003/2004 dort vorhandene alte Brückenpfeiler saniert wurden. Nachdem diese Brückenpfeiler jetzt teilweise abgerissen werden müssten, sei das "beim Fenster hinausgeschmissenes Geld" gewesen. VIRUS warnt daher eindringlich vor einer neuerlichen Verknüpfung des nichtmotorisierten Ausflugsverkehrs mit der S8. "Diese Autobahn ist eine Fiktion, deren Realisierung in den Sternen steht, im Gegensatz zum fast fertigen ÖBB Projekt existiert nicht einmal eine Einreichung", so Rehm. Ein Baubeginn 2016 sei schon für die S8-West illusorisch umso mehr wäre dies ein Start 2018 für den Ostteil wie in der Landesaussendung propagiert. "Wo sind wir denn, dass den ehrlichen Menschen in der Region ständig solche Täuschungsmanöver serviert werden, nach dem mindestens fünften Fehlversuch kräht doch kein Hahn mehr nach derartigen Ansagen," so Rehm. Im Gegensatz zu anderen Landesgebieten Niederösterreichs, wo aufgrund verfehlter Verkehrspolitik Bahngleise abgerissen würden und Radwegen weichen müssten, könne es hier an der March in friedlicher Koexistenz "Rad Und Bahn" heißen. VIRUS warnt davor, die Attraktivität eines Freizeitweges durch Verknüpfung mit der S8 aufs Spiel zu setzen. "Welcher Radler oder Flaneur, der in der grünen Wildnis der Marchauen Erholung sucht, will schon neben einer Autobahn radeln oder wandern und seine Lungen mit giftigen Autoabgasen verpesten." so Rehm abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Wolfgang Rehm, 0699/12419913, virus.umweltbureau@wuk.at

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