OTS0034 5 WI 0809 NSO0002 II Mo, 02.Feb 2015
Arbeitsmarkt / Hundstorfer / Sozialministerium

Hundstorfer: Ohne nachhaltige Belebung der Konjunktur bleibt Arbeitsmarktsituation angespannt

Beschäftigung auf einem neuen Höchststand - Steuerreform und Investitionsprogramm in Wohnbau unumgänglich

Wien (OTS/BMASK) - "Wegen der anhaltenden europäischen Wirtschaftsflaute steigt die registrierte Arbeitslosigkeit weiterhin an. Der Anstieg bleibt mit 9,8 Prozent aber im einstelligen Bereich. Aktuell sind mit 406.239 um 36.402 Personen mehr als im Jänner des Vorjahres beim Arbeitsmarktservice als arbeitslos vorgemerkt", sagte Sozialminister Rudolf Hundstorfer Montag anlässlich der Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten für den Monat Jänner. Die Saisonarbeitslosigkeit erreicht in Österreich im Jänner wie erwartet den Höhepunkt. Insgesamt waren Ende Jänner inklusive der AMS-SchulungsteilnehmerInnen 472.539 Personen auf Arbeitssuche, was einen Anstieg von 5,1 Prozent bedeutet. Die Arbeitslosenquote nach EUROSTAT bleibt mit 4,9 Prozent relativ moderat, so Hundstorfer. Österreich bleibt damit innerhalb der Europäischen Union hinter Deutschland an 2. Stelle. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition beträgt Ende Jänner 10,5 Prozent, das ist ein Anstieg um 0,8 Prozentpunkte. ****

"Ohne eine nachhaltige Belebung der Konjunktur und der daraus folgenden Nachfrage nach Arbeitskräften stößt auch die Arbeitsmarktpolitik an ihre Grenzen", unterstrich der Sozialminister. Umso wichtiger seien europäische Initiativen zur Belebung der Investitionen. Und auf nationaler Ebene sei eine kaufkraftstärkende Steuerreform unumgänglich. Das Investitionsprogramm für leistbares Wohnen, das mit Hilfe neuer Finanzierungsmodelle rund 6,5 Mrd. Euro für den dringend notwendigen Wohnbau bereit stellen könnte, würde pro Jahr 30.000 Arbeitsplätze am Bau und 20.000 Dauerarbeitsplätze schaffen, erläuterte Hundstorfer.

Die Bauwirtschaft ist im Jänner die Branche, die am meisten zur Gesamtarbeitslosigkeit beiträgt: 18,5 Prozent aller Arbeitslosen waren vorher am Bau beschäftigt. "Doch im Jahresvergleich ist die Bauarbeitslosigkeit im Vergleich zu anderen Bereichen unterdurchschnittlich angestiegen (mit 2,6 Prozent), weil der Winterbau vergleichsweise gut läuft", so Hundstorfer. Auch die Baubeschäftigung wächst im Jahresvergleich im November und Dezember und wird es voraussichtlich auch im Jänner tun.

Der Bestand an unselbständig Beschäftigten nimmt mit 22.000 (plus 0,6 Prozent) weiter zu. Mit 3.449.000 Beschäftigten wurde damit - für einen Jännerwert - wieder ein neuer Höchststand erreicht. Beschäftigungszuwächse sind - wie auch in den letzten Monaten - im Dienstleitungsbereich und hier vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen, im Unterrichtswesen, im Tourismus, im Verkehrs- und Speditionswesen sowie im Handel zu beobachten.

Die Arbeitslosigkeit von Jugendlichen im Alter von 15 bis 24 liegt Ende Jänner um 5,2 Prozent über dem Vorjahr. Bei den jüngsten ArbeitsmarkteinsteigerInnen - den 15 bis 19-Jährigen - ist sogar weiterhin mit einem Minus von 2,5 Prozent ein leichter Rückgang zu beobachten. Allerdings sind auch Ende Jänner 2015 um 8,4 Prozent mehr Lehrstellensuchende vorgemerkt. Dem steht jedoch auch ein Anstieg von 7,3 Prozent beim Bestand an gemeldeten offenen Lehrstellen gegenüber. Die Lehrstellenlücke ist in Summe gegen über dem Vorjahr um 284 auf 3.328 angestiegen. Relativ günstig stellt sich in diesem Zusammenhang die Situation in Salzburg und Tirol dar. Hier überwiegt die Zahl der offenen Lehrstellen die der Lehrstellensuchenden. Im Osten Österreichs ist die Situation deutlich ungünstiger. Im Burgenland kommen durchschnittlich 3, in Niederösterreich rund 3,6 und in Wien sogar 6,5 Lehrstellensuchende auf eine gemeldete offene Lehrstelle. Hoch ist die Lücke an betrieblichen Lehrausbildungsplätzen auch in der Steiermark, hier kommen rechnerisch 3,8 Lehrstellensuchende auf eine beim AMS gemeldete offene Lehrstelle.

Die deutlich verstärkten arbeitsmarktpolitischen Anstrengungen älteren Personen nach dem Verlust des Arbeitsplatzes aus der Arbeitslosigkeitsfalle zu helfen, zeigen entsprechende Erfolge. Insgesamt konnten im Jänner 6.343 Personen (+544) Personen von 50 und mehr Jahren aus AMS-Vormerkung wieder einen Arbeitsplatz finden. In diesem Jahr stehen für die Beschäftigungsförderung Älterer im Rahmen der AMS "Beschäftigungsinitiative 50+" insgesamt 120 Millionen Euro zur Verfügung. Dennoch bleibt es gerade für ältere Arbeitslose nach wie vor besonders schwer, wieder eine neue Chance zu bekommen. Nicht zuletzt deswegen steigt auch die Arbeitslosigkeit in dieser Altersgruppe mit 13,7 Prozent weiterhin überdurchschnittlich. "Neben der Umsetzung des im Regierungsprogramm vereinbarten Bonus-Malus-Systems würde mehr Flexibilität bei der Finanzierung von zusätzlichen Arbeitsmarktchancen für Ältere die Situation entsprechend verbessern helfen", so Hundstorfer.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist in Kärnten (+2,3 Prozent) und im Burgenland (+4,9 Prozent) beinahe zum Stillstand gekommen, werden die sinkenden Schulungsteilnahmen mit bedacht. Überdurchschnittlich ist die Zunahme der registrierten Arbeitslosigkeit dagegen nur in Wien mit einem Anstieg von 19,1 Prozent, wobei hier rund die Hälfte des Anstiegs durch die sinkenden Schulungsteilnahmen zu erklären ist. Der Anstieg ist österreichweit anteilsmäßig in etwa gleich stark auf Frauen (+10,6 Prozent) und Männer (+9,4 Prozent) verteilt.

Den höchsten prozentuellen Anstieg aller bedeutenden Branchen verzeichnet mit 14,4 Prozent die Arbeitskräfteüberlassung. In der Warenproduktion hat sich hingegen die Situation mit nunmehr 4,8 Prozent Arbeitslosigkeitszuwachs wieder etwas beruhigt. Leicht überdurchschnittliche Zuwächse gibt es dagegen im Tourismus (+9,9 Prozent) und im Handel (+10,3 Prozent).

Am Stellenmarkt zeigt sich Ende Jänner 2014 keine Veränderung. Zwar steigt der Bestand an offenen Stellen um rund 1.200 gegenüber dem Vorjahr auf knapp 23.000 an. "Doch war der Zugang an offenen Stellen, die dem AMS gemeldet wurden, im Jänner praktisch gleich groß wie im Vorjahr", schloss der Sozialminister. (Schluss)

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