OTS0012 5 WI 0364 NPI0001 II So, 14.Dez 2014
Wirtschaft und Finanzen / IV / Arbeit / Pensionen / Quote / Neumayer

Industrie mit Nachdruck gegen Bonus-Malus-Quotensystem für Betriebe

IV-GS Neumayer: Bringt keine neuen Arbeitsplätze, sondern noch mehr Lasten für Unternehmen - Stattdessen überfällige Strukturreformen im Pensionsbereich endlich umsetzen

Wien (OTS/PdI) - Die Industrie spricht sich weiterhin mit Nachdruck gegen ein Bonus-Malus-Quotensystem für Betriebe hinsichtlich der Beschäftigung Älterer aus. "Österreichs Industrieunternehmen benachteiligen ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht, sondern zählen auf Know-How und Einsatz der älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", betonte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer, zur aktuellen Debatte heute, Sonntag. Es gehe vielmehr darum, erneute politische Schritte zu vermeiden, die die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer noch weiter verteuerten, wie etwa die von Gewerkschaftsseite geforderte Ausweitung bei der sechsten Urlaubswoche. "Ein Bonus-Malus-Quotensystem bringt keine neuen Arbeitsplätze, sondern noch mehr Lasten für vielfach am Limit arbeitende Unternehmen", so der IV-Generalsekretär. Neumayer appellierte stattdessen an die Politik, "substanzielle Schritte zur Senkung der Lohnnebenkosten und überfällige Strukturreformen im Pensionszugang" umzusetzen.

Neumayer unterstrich, "dass gerade in der Industrie die Beschäftigung älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besonders hoch ist. In der Altersgruppe 50+ gab es in der Industrie einen Anstieg von 117.000 im Jahr 2008 auf über 142.000 Personen im Jahr 2014." Um dieses Engagement der österreichischen Industriebetriebe aufzuzeigen, habe die Industriellenvereinigung auch jüngst eine Broschüre "Perspektive 50+ Best Practice-Beispiele aus der österreichischen Industrie" erstellt. Zudem sei die IV bei der Sozialpartnerinitiative "Arbeit und Alter" aktiv. "Angesichts der demografischen Entwicklung sowie des zunehmenden Fachkräftemangels sind ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Arbeits- und Industriestandort Österreich von besonderer Wichtigkeit - und ihre Rolle nimmt in Zukunft noch zu. Gerade wir sind uns der Bedeutung älterer Arbeitskräfte sehr bewusst und tun viel, um diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglichst lange in den Betrieben zu halten. Aber auch die Politik muss die Betriebe bei der Beschäftigung Älterer unterstützen und nicht bedrohen und bestrafen", betonte Neumayer.

Daher habe die Industrie zehn Anliegen und Forderungen formuliert, die es zur Beschäftigungssicherung Älterer in Österreich braucht:
"Lohnnebenkosten senken, Leistungsorientierung und Abbau des Senioritätsprinzips, Arbeitszeitregelungen modernisieren, Pensionssystem generationengerecht gestalten, neues Teilpensionsmodell schaffen, Arbeitsmarktförderungsinstrumente effizienter und effektiver gestalten, Altersteilzeit optimieren, Jobchancen durch Erhöhung der Flexibilität verbessern, Lebenslanges Lernen fördern und Gesundheitsbewusstsein und -förderung ausbauen", so der IV-Generalsekretär abschließend.
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