OTS0047 5 II 0441 FPK0003 CI Di, 02.Dez 2014
FPÖ / Neubauer / Atomkraft

FPÖ-Neubauer: Zwei Halbwahrheiten ergeben bereits eine handfeste Lüge

"100% sauberer" Atomstrom erfordert sofortiges Importverbot für Atomstrom!

Wien (OTS) - "Ich traute meinen Augen nicht, als mich heute der Pressedienst eines deutschen Stromanbieters aus Augsburg erreichte, der ganz dreist tatsächlich voller Stolz damit Werbung betreibt, dass er hundert Prozent reinen Atomstrom anbietet. Dieser soll darüber hinaus auch noch besonders klimafreundlich sein. Zahlreiche Umweltschützer und Klimaforscher, deren Sitz sich in Amerika, Kanada und Australien befindet, unterstützen offen die Forderung nach einer Renaissance der Kernenergie in Deutschland", stellte heute der freiheitliche Antiatom-Sprecher NAbg. Werner Neubauer fassungslos fest.

Besagter Anbieter argumentiert damit, dass eine Kilowattstunde Atomstrom laut Berechnungen des Öko-Instituts die Umwelt "nur" mit 31 Gramm CO2 belaste. Nicht einberechnet dabei ist aber jener CO2-Ausstoß, der noch für den Abbau und die Endlagerung des Atommülls dazu kommt. Ein Endlager ist ein extrem aufwändiges Bauprojekt, bei dessen der Herstellung des dafür eingesetzten Materials, beim Bau des Lagers sowie bei der Lagerung selbst zusätzlich große Mengen CO2 ausgestoßen werden. Somit ist die Behauptung vom umweltfreundlichen Atomstrom schlicht eine Lüge.

Offenbar existieren in den Köpfen dieser Unternehmer sowie vorgeblichen Umweltschützer und Klimaforscher auch die Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima nicht, diese waren bekanntlich nicht besonders umweltverträglich, weshalb die Behauptung vom umweltfreundlichen Atomstrom menschenverachtend ist. "Angesichts der unvorhersehbaren Gefahren, die bei einem möglichen Unfall von einem Atomkraftwerk ausgehen können, ist es mir ein Rätsel, wie nur irgendjemand, der zumindest über einigermaßen durchschnittlichen Hausverstand verfügt, diese Form der Energieerzeugung befürworten kann", sagte Neubauer.

Die Gefährlichkeit dieser Energieform wird auch dadurch untermauert, dass keine einzige Versicherung in Österreich Schäden durch Atomunfälle abdeckt. Die Atom-Gefahr wird Kriegsereignissen gleichgestellt.

Auch die Unwirtschaftlichkeit von Atomkraftwerken ist längst erwiesen. So hat beispielsweise auch der französische Rechnungshof kritisiert, dass beim Verbraucherpreis unter anderem die Endlagerung und der Rückbau von stillgelegten Reaktoren nicht einberechnet ist, daher immer eine staatliche Subventionierung nötig ist. Würden die Betreiber, wie jeder andere Unternehmer auch, zu einer realistischen Haftpflichtversicherung (400 Mrd. Euro pro Reaktor) verpflichtet werden, wäre damit das Ende der Kernenergie besiegelt.

"Letztendlich entscheidet in diesem Fall der Konsument, ob dieses Unternehmen mit seinem Produkt, dem zu hundert Prozent "reinen" Atomstrom, erfolgreich sein wird. Auch nach dreieinhalb Jahren ist den Menschen in Europa der SuperGAU von Fukushima noch lebhaft in Erinnerung, daher bin ich zuversichtlich, dass die Konsumenten dem Atomstrom die Abfuhr erteilen, die er verdient hat", so Neubauer. Darüber hinaus muss die Bundesregierung diese atomare Bedrohung rasch in den Griff bekommen, wollen wir nicht als "Anti-Atom-Strom-Land" unsere Glaubwürdigkeit verlieren. Spätestens mit diesem unmoralischen Angebot ist endlich ein Einfuhrverbot für Atomstrom endgültig zu beschließen", so Neubauer abschließend.

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