OTS0001 5 CI 0438 PFH0001 Do, 31.Jul 2014
Tiere / Natur / Umwelt

Tier des Monats August: Das Kaninchen

Die Pfotenhilfe erklärt, warum nicht jedes Tier gestreichelt werden will

Wien / Lochen am See (OTS) - Wie unlängst aus den Medien bekannt wurde, mussten vor kurzem zwanzig Kaninchen von der Pfotenhilfe aufgenommen werden, da die Tiere von einer überforderten Frau unter unzumutbaren Zuständen gehalten wurden. Die Pfotenhilfe ist ständig damit konfrontiert, dass nicht mehr gewollte, vermeintliche Streicheltiere wie Kaninchen einfach ausgesetzt oder abgegeben werden. Um auf das stille Leid der Kleintiere aufmerksam zu machen, kürt die Pfotenhilfe das Kaninchen im August zum Tier des Monats.

Gerade Tiere wie Kaninchen verlieren oft und schnell nach der Anschaffung ihr Zuhause. Die Langohren genießen ein Leben in ganzjähriger Freilandhaltung und wollen uneingeschränkt hoppeln und graben. Ein Käfig, ist er auch noch so groß, ist keinesfalls ein artgerechtes Zuhause und führt neben Verhaltensstörungen zu gesundheitlichen Problemen. Zudem dürfen soziale Tiere wie Kaninchen keinesfalls alleine gehalten werden. Zumindest in Kleingruppen unter ihresgleichen müssen die anspruchsvollen Tiere leben können. "Auch ein Meerschweinchen ist kein Ersatz für einen Artgenossen, wie leider immer wieder fälschlicherweise angenommen wird.", so Johanna Stadler, Geschäftsführerin der Pfotenhilfe.

Dass den Tieren immer frisches Heu und ein reichhaltiges Angebot an Obst, Gemüse und Zweigen bereitgestellt werden muss, kann dem Halter schnell zu viel werden. Der zeitliche Aufwand ist groß und auch finanziell ist eine artgerechte Kaninchenhaltung nicht für jedermann auf die Dauer tragbar. "Irrtümlicherweise gehen leider auch viele Menschen davon aus, dass Kaninchen und Co. Streicheltiere wären, die es genießen, wenn man sie auf den Schoß nimmt und streichelt", erklärt die erfahrene Tierschützerin. Will man ein Schmusetier, ist man mit einer Katze oder einem Hund bestens beraten. Die flauschigen Kaninchen eignen sich hingegen zum Beobachten.

Leider wird einem die Anschaffung eines Tieres viel zu leicht gemacht - Lockangebote in Zoofachhandlungen und mangelnde Beratung lassen scheinbar billige Gelegenheitskäufe zu, die dann niemanden glücklich machen. Die Anschaffung eines Tieres muss immer gut überlegt werden. Haltungsansprüche, Urlaubsbetreuung, finanzieller Aufwand inklusive Tierarztkosten und Lebenserwartung sind alles wesentliche Faktoren, die bei einem Gelegenheitskauf ausgeblendet werden und das Tier dann schlussendlich den Kürzeren ziehen lassen. "Bitte erkundigen Sie sich vor der Anschaffung eines Tieres umfassend!", appelliert Stadler abschließend. Zu viele Tiere warten genau aus diesen Gründen oft ihr ganzes Leben in Tierheimen auf ein neues Zuhause, verhungern oder werden Unfallopfer, weil sie kurzerhand ausgesetzt wurden.

Das kommende Besucherwochenende am 2. und 3. August von 12:00 bis 16:00 Uhr bei der Pfotenhilfe Lochen bietet Gelegenheit sich über Tiere und deren Bedürfnisse zu erkundigen. Hier bekommt man bei den stündlichen Führungen jede Menge nützliche Informationen über die gut 350 dort lebenden Tiere.

Rückfragen & Kontakt:

Sascha Sautner, sascha.sautner@pfotenhilfe.org
Tel.: 0664-848 55 61, www.pfotenhilfe.org

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