OTS0089 5 WI 0411 NPI0001 II Mo, 28.Jul 2014
Wirtschaft und Finanzen / Industrie / Integration / Kurz / Koren

Industrie: Maßnahmen zur Sprachförderung und Anerkennung von Auslands-Qualifikationen dringend geboten

IV-Vize-GS Koren: Durchgängiges und nachhaltiges Sprachförderkonzept positiv - Bundesrahmengesetz und Bildungsgarantie umsetzen - Talente für Österreich gewinnen

Wien (OTS/PdI) - "Die Einführung eines durchgängigen und nachhaltigen Sprachförderkonzepts, das im Kindergarten beginnt und Quereinsteiger auf allen Bildungsstufen berücksichtigt ist sehr erfreulich", so der Vize-Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) Mag. Peter Koren anlässlich des heute, Montag, präsentierten Integrationsberichts durch Bundesminister Sebastian Kurz. "Sprachschwierigkeiten oder mangelnde Deutschkenntnisse darf man jedoch nicht nur im Migrationskontext betrachten", betonte Koren, "denn neben der unzweifelhaft integrationspolitischen Notwendigkeit eines solchen, von der Industrie schon seit Längerem geforderten, Sprachmodells ist auch die allgemeine bildungspolitische Notwendigkeit des Themas Sprachförderung evident. Das zeigen uns die jüngsten besorgniserregenden Zahlen zu den Aufnahmeverfahren an den Pädagogischen Hochschulen und zur Sicherheitsakademie. Deutsch ist offensichtlich für immer mehr Erwachsene ein echter Stolperstein."

Wichtig sei daher, so Koren, dass gezielte und qualitative Sprachförderung bereits im Kindergartenalter ansetze, um allen Kindern bis zum Schuleintritt sprachlich annähernd gleiche Startbedingungen in der Bildungssprache Deutsch zu sichern. Dort wo dies bis zum Schuleintritt nicht gelinge, brauche es individuelle, aber in ein Gesamtkonzept eingebettete Lösungen am Schulstandort. "Dafür braucht es selbstverständlich adäquate Rahmenbedingungen und entsprechend ausgebildete Pädagoginnen und Pädagogen in allen Bildungsinstitutionen", so der IV-Vize-Generalsekretär. "Wir müssen uns außerdem von der zeitlich definierten Unterrichtspflicht verabschieden und zu einer echten Bildungspflicht kommen. Ein bestimmtes Bildungs- und Qualifikationsniveau, zumindest bei den Grundkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen muss beim Beenden der Schullaufbahn vorausgesetzt werden können. Davon werden alle Schülerinnen und Schüler profitieren, nicht nur jene mit Zuwanderungsgeschichte."

Neben der Sprachförderung, brauche es auch ein rasches, unbürokratisches und einheitliches Anerkennungsverfahren für Personen, die bereits Qualifikationen vom Ausland mitbringen. "Die Informationsbereitstellung und die Möglichkeit einer Anerkennung bereits im Heimatland, wie es das im Integrationsbericht genannte UK-Modell vorsieht, würde zur Effizienzsteigerung beitragen und Zuwanderungswilligen bereits im Vorfeld Informationen zur Verfügung stellen, die eine ausbildungsadäquate Beschäftigungsaufnahme beschleunigen und erleichtern würden", betonte Koren. Neben den sehr wichtigen Integrationsmaßnahmen hinsichtlich der bereits hier lebenden Bevölkerung, dürfe aber auch die Schnittstelle zur Migration nicht unbeachtet bleiben. "Der Wettbewerb um die besten Köpfe hat schon lange begonnen", so Koren, "um als Innovationsland weiterhin vorne bleiben zu können, braucht es gezielte Anwerbemaßnahmen und Anreizmodelle um Studierende, Absolventinnen und Absolventen sowie Forscherinnen und Forscher langfristig für Österreich zu gewinnen". Abwanderungszahlen würden zeigen, dass viele Hochqualifizierte wieder ins Ausland abwandern und "wir mit einem Brain-Drain-Problem konfrontiert sind, dem es durch Anreizmodelle entgegenzuwirken gilt".

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