OTS0036 5 II 0480 NHO0001 Mi, 14.Mai 2014
Innenpolitik / Bildung / Wissenschaft / Wirtschaft und Finanzen

OeNB Direktor Mooslechner unterstützt Initiative der Studierenden

Studierende der Gesellschaft für Plurale Ökonomik erhalten breite Unterstützung.

Wien (OTS) - Nach der Veröffentlichung des internationalen Aufrufes für eine plurale Ökonomik haben die involvierten Studierendengruppen von vielen Seiten Unterstützungsbekundungen erfahren. Auch der Direktor der Österreichischen Nationalbank Dr. Peter Mooslechner bekräftigt die Zielsetzungen der StudentInnen. Markus Marterbauer, der Chefökonom der Arbeiterkammer fordert ein In-sich-gehen der Wirtschaftswissenschaften nach dem "Scheitern der an den Universitäten gelehrten Mainstream-Ökonomie".

Seit der Veröffentlichung des internationalen Manifests am Montag dem 5. Mai, in dem die intellektuelle Monokultur der Volkswirtschaftslehre kritisiert und ein pluralistische Ausrichtung der Disziplin gefordert wird, ist die Zahl der unterstützenden Gruppen von 39 auf 63 gewachsen. Die Initiative beeindruckt inzwischen mit Studierenden und Lehrenden aus 28 Ländern. Auch in Österreich erfreuen sich die StudentInnen breiter Unterstützung. Der Direktor der Österreichischen Zentralbank Dr. Peter Mooslechner gratuliert zur Initiative: "Viele Aspekte der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise haben gezeigt, dass es neuer, innovativer und methodisch breiterer Ansätze in den Wirtschaftswissenschaften bedarf, um eine relevante Wirtschaftspolitik entsprechend zu fundieren. Dafür ist es entscheidend, dass Volkswirtschaftslehre fundamental als multiparadigmatische Wissenschaft verstanden, gelehrt und "gelebt" wird."

Auch Markus Marterbauer, Leiter der Abteilung für Wirtschaftswissenschaften und Statistik der Arbeiterkammer Wien begrüßt die Forderung nach einer multiparadigmatischen Ausrichtung der Wirtschaftswissenschaften und übt harte Kritik an der Mainstream-Ökonomik: "Nicht zuletzt in der jüngsten Finanzkrise ist die an den Universitäten gelehrte Mainstream-Ökonomie gescheitert. Nun müssen die Wirtschaftswissenschaften in sich gehen, in eklektischer Weise den Stellenwert unterschiedlicher wissenschaftlicher Strömungen anerkennen und jenen Theorien wieder größeres Augenmerk geben, die sich mit von Finanzkrisen ausgelöster Unterauslastung und Arbeitslosigkeit beschäftigen."

Ebenfalls schließen sich Studierende der Universität Wien den Forderungen an. Die Basisgruppe VWL, der Rote Börsenkrach, warnt, dass die nächste Generation von EntscheidungsträgerInnen unreflektiert und einseitig ausgebildet wird.

Für die Studierenden stellt die Veröffentlichung des Aufrufs erst den Anfang einer sich ausweitenden Diskussion dar. Dieses "ist erst der Anfang eines Diskussionsprozesses und verweist auf die Grundproblematiken in der Volkswirtschaftslehre", so die Gesellschaft für Plurale Ökonomik Wien. "Die Erarbeitung von konkreten Forderungen und Umsetzungsmöglichkeiten liegen aber in den Händen der einzelnen Hochschulgruppen."

Ermutigt durch die zahlreichen positiven Rückmeldungen arbeitet die Gesellschaft für Plurale Ökonomik Wien an einem umfassenden Reformvorschlag für das Bachelor- und Masterstudium Volkswirtschaft an der WU Wien. Dabei geht es auch darum, die von Mooslechner und Marterbauer beschriebene Diskrepanz zwischen Universitätsstudium und Arbeitsmarkt abzubauen. "Unser Ziel ist, ein Studienplan der die komplexen und dynamischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts ernst nimmt."

Die Unzufriedenheit mit der Lehre teilen Studierende der Ökonomik weltweit. Sie haben sich in der "Internationalen studentischen Initiative für Pluralismus in der Ökonomik" (engl. ISIPE) zusammengeschlossen und am 5. Mai in einem gemeinsamen Aufruf eine kritische und vielfältige Volkswirtschaftslehre gefordert. In Österreich trifft dieser Aufruf auf breite Unterstützung seitens wichtiger VertreterInnen von Universitäten sowie Forschungsinstitutionen.

Rückfragen & Kontakt:

Gesellschaft für Plurale Ökonomik Wien
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Susanne Reither
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Susanne.reither@reflex.at

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