OTS0264 5 II 0225 NEF0012 WI Do, 13.Jun 2013
Recht / Justiz / Kriminalität / Unternehmen

Die Staatsanwaltschaft Wien erhebt Anklage in der Strafsache der Oesterreichischen Banknoten- und Sicherheitsdruck GmbH

Wien (OTS) - Die Staatsanwaltschaft Wien brachte heute gegen neun Personen, darunter Vizegouverneur Dr. Wolfgang DUCHATCZEK, Anklage wegen Beitrages zur Untreue, Bestechung, Geldwäscherei und anderer strafbarer Handlungen beim Landesgericht für Strafsachen Wien ein. Die Oesterreichische Banknoten- und Sicherheitsdruck GmbH (OeBS) und teilweise auch die Münze Österreich AG (MÖAG) schlossen im Zeitraum Juni 2005 bis Juni 2011 mit Aserbaidschan und Syrien Verträge über den Druck von Banknoten und die Prägung von Münzen ab. Für den Abschluss der Verträge ließen sich Amtsträger der Nationalbanken von Aserbaidschan und Syrien 20% beziehungsweise 14% des Auftragsvolumens als Entgelt für die Zuschlagserteilung durch die OeBS zusichern. Der OeBS und der MÖAG entstand jedoch kein finanzieller Schaden, weil zuvor vereinbart worden war, dass die Bestechungsgelder in die Aufträge einkalkuliert werden. Insgesamt flossen Euro 14 Millionen über ausländische Konten von Offshore-Gesellschaften an die Auftraggeber zurück.

Die Strafdrohung beträgt für sämtliche Angeklagte bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe. Die Anklage ist noch nicht rechtskräftig; die Angeklagten haben das Recht, innerhalb von 14 Tagen ab Zustellung der Anklage Einspruch bei Gericht zu erheben.

Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelte in dem 37 Aktenbände umfassenden Verfahren 18 Monate, führte 80 Einvernahmen durch und sichtete insgesamt 12.000 Gigabyte an sichergestellten Unterlagen.

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Mag. Nina BUSSEK
Medienstelle der Staatsanwaltschaft Wien
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