OTS0080 5 WI 0429 AKW0001 CI Mo, 04.Feb 2013
Energiemarkt / Arbeiterkammer / Preismonitor

AK-Energiepreismonitor: Konsumenten doppelt belastet!

Ökostrom-Fördersystem wurde teurer - Preissenkungen kommen nicht an

Wien (OTS) - Seit 1. Juli 2012 werden die Öko-Stromförderkosten nicht mehr über den Energiepreis der Lieferanten eingehoben, sondern als Zuschlag zu den Netztarifen verrechnet. Im Rahmen des vierteljährlichen Energiepreismonitors zieht die AK nun eine ernüchternde Bilanz zur Systemumstellung: KonsumentInnen werden seither oft doppelt belastet. Das gröbste Problem am Strommarkt bleibt weiter bestehen, kritisiert AK Präsident Herbert Tumpel: "Die Stromlieferanten geben Preissenkungen auf Großhandelsebene nicht an Haushalte weiter. Während sich die Strompreise auf den Großhandelsmärkten auf Talfahrt befinden, hält der Höhenflug der Haushaltspreise an!"

Auch wenn Verbund-Chef Anzengruber zuletzt die Rolle des Strom-Energiepreise hinuntergespielt hat - die gröbste Chuzpe der Stromlieferanten liegt genau hier, wie der AK-Energiepreismonitor verdeutlicht: Während die Strom-Großhandelspreise in der Jahresbetrachtung (Jänner 2012 bis Jänner 2013) um 12 Prozent gesunken sind, hat kein einziger Lieferant diese Preissenkungen an die HaushaltskundInnen weitergeben.

In der langfristigen Betrachtung seit Juli 2008 ist das Bild noch dramatischer: während der Strom-Großhandelspreis um 24,6 Prozent gefallen ist, stiegen die Haushalts-Strompreise der beobachteten Stromlieferanten um bis zu 20 Prozent. "Die Preissenkungen müssen endlich bei den Haushalten ankommen" fordert Tumpel. Einziger Profiteur von den gesunken Großhandelspreisen ist bisher offensichtlich die Industrie - das bestätigte zuletzt auch die E-Control.

Dazu kommt: Aufgrund der Anhebung des Ökostromförderbeitrags per 1. Jänner 2013 wird ein durchschnittlicher Haushalt (3.500 kWh) im Jahr 2013 mit insgesamt rund 64 Euro Ökostromförderkosten (inkl. USt) belastet - im Vergleich zum alten Förderregime von 2011 bedeutet das eine Ökostrom-Mehrbelastung bis zu 24 Euro. Und: Einige Energielieferanten haben ihre Energiepreise mit Umstellung des Fördersystems nicht ordnungsgemäß gesenkt. Auf KundInnen dieser Lieferanten kommen dadurch 2013 Mehrbelastungen von insgesamt bis zu 50 Euro zu, wie die AK errechnete. "Einige Lieferanten haben die Systemumstellung genutzt, um sich ein Körberlgeld zu holen. Leidtragende sind die Haushalte, die hier doppelt zahlen ", so Tumpel.

Die Preispolitik der Energielieferanten unterstreicht einmal mehr, dass ein wirksames Instrument eingeführt werden muss, um den Unternehmen auf die Finger zu klopfen. Die AK fordert daher nochmals vehement die Einführung der Beweislastumkehr für Energieunternehmen. Dann müssten nämlich die Unternehmen beweisen, dass sie marktkonforme Preise verlangen.

AK-Tipps für Haushalte:
+ Vergleichen Sie die Preise mit dem Strom- und Gaspreisrechner. Achten Sie bei einem möglichen Anbieterwechsel auf befristete Rabatte und Bindungsfristen. Der Wechsel ist einfach.
+ Haushalte, die GIS befreit sind, haben Anspruch auf eine Deckelung der Ökostrom-Förderkosten (max. 20 Euro pro Jahr). Anträge sind beim Gebühren Info Service (GIS) zu stellen.

Service: Der AK-Energiepreis-Monitor und Tarifrechner sind unter www.arbeiterkammer.at abrufbar.

Rückfragen & Kontakt:

AK Wien Kommunikation
Katharina Nagele
Tel.: (+43-1) 501 65 2678
katharina.nagele@akwien.at
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