OTS0041 5 WI 0254 NGS0001 CI Do, 25.Okt 2012
Wirtschaft / Schulmeister / Krise / FSG-Wien

Schulmeister: Finanzkapitalismus zerstört sich selbst

FSG-Wien-Diskussionsabend mit dem kritischen Ökonomen

Wien (OTS/FSG) - Der Finanzkapitalismus werde sich selbst zerstören prophezeite Mittwochabend der Ökonom Stephan Schulmeister bei einer Diskussion zum Thema "Sozialstaat" der FSG-Wien-Bildung. Schulmeister vermisst derzeit "politische Führer mit einem Konzept" sowie eine Bewegung, die von unten Druck mache.++++
Der Finanzkapitalismus befinde sich seit Beginn der Krise im Jahre 2007 in einem Implosionsprozess, und dieser Prozess werde möglicherweise noch länger dauern. Durch die viel höhere Sozialstaatlichkeit im Vergleich zur Krise ab 1929 komme es derzeit zu einer verlangsamten Abwärtsspirale. Schulmeister: "Aber dort, wo der Sozialstaat abgebaut wird, beispielsweise in Griechenland, geht es viel rasanter abwärts."
Da in Europa verleugnet werde, dass es sich um eine systemische Krise handle und "durchwurschteln angesagt ist" werde zwar Zeit gewonnen, aber "nichts gelöst". Schulmeister: "Die wesentlichen politischen Akteure, Christlichsoziale und Sozialdemokraten, haben heute einfach die Orientierung verloren." Dies sei insofern bedauerlich, da der Sozialstaat ausgerechnet in der Krisensituation der Jahre 1873 bis 1890 entstanden sei. Schulmeister: "Damals gab es nicht nur eine Krise, sondern politische Führer mit Konzepten und eine Bewegung, die von unten Druck gemacht hat.
Von den Gewerkschaften erwartet sich der Ökonom, dass "endlich mobil gemacht wird gegen das Kaputtsparen". Dazu seien auch neue Bündnisse angebracht. Beispielsweise hätten vor allem Kleinunternehmen durch die Krise "bisher mehr verloren als durch die Kosten der sozialen Errungenschaften vorher." Schulmeister: "Wir brauchen daher neue Koalitionen gegen die Krisenverursacher, den Finanzkapitalismus, auch mit Unternehmern."

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