OTS0219 5 KI 1124 NRF0017 Mi, 24.Okt 2012
Fernsehen / ORF / Medien / Kultur / Matinee

Peter Schneeberger führt durch ORF-"matinee" am Feiertag und Sonntag - 26. und 28. Oktober

Schnitzler-Doku, 25 Jahre Festspiele Reichenau, Salzburger Marionettentheater u. v. m. - außerdem neue "Reigen"-Aufzeichnung am 27. Oktober

Wien (OTS) - Gleich zwei Ausgaben der ORF-"matinee" erwarten das Publikum an diesem Wochenende:

Zu einer verkürzten Feiertagsausgabe dere "matinee", die in das Wien der Jahrhundertwende entführt, begrüßt Peter Schneeberger am Nationalfeiertag, dem 26. Oktober 2012, ab 9.05 Uhr in ORF 2. Herbert Eisenschenks Dokumentation "Begierde und Sehnsucht" ist einem der wichtigsten österreichischen Dramatiker gewidmet, dessen 150. Geburtstag heuer gefeiert wurde: Arthur Schnitzler, der mit seinen erotisch aufgeladenen Theaterstücken einst einen Tabubruch nach dem anderen begangen hat. Eine Institution, die als Aufführungsort von Schnitzler-Werken bekannt geworden ist und heuer ebenfalls ein Jubiläum feiert, steht im Zentrum der zweiten "matinee"-Doku am Nationalfeiertag: "Die Theatermacher - 25 Jahre Festspiele Reichenau" von Karina Fibich dokumentiert um 9.50 Uhr in ORF 2 die Erfolgsgeschichte des niederösterreichischen Sommerfestivals.

Ergänzend dazu bringt ORF 2 am Samstag, dem 27. Oktober, um 22.50 Uhr eine Reichenau-Aufzeichnung von Schnitzlers "Reigen" vom Sommer 2012, die ebenso wie die Dokumentation vom Landesstudio Niederösterreich produziert wurde. In der Inszenierung von Helmut Wiesner, der in der Schweiz eine Urfassung des Stückes entdeckt hat, spielen u. a. Petra Morzé und Miguel Herz-Kestranek, Chris Pichler, Juergen Maurer und Katharina Straßer. Die ORF-Bildregie hat wieder Karina Fibich übernommen.

Einen Ausflug ins bezaubernde Reich der Marionetten macht die ORF-"matinee" dann am Sonntag, dem 28. Oktober, um 9.05 Uhr in ORF 2, durch die wieder Peter Schneeberger führt. Kurz vor dem 100. Geburtstag des Salzburger Marionettentheaters hat sich Gestalterin Eva Halus in ihrer Dokumentation "Das Salzburger Marionettentheater -Tradition auf dem Weg ins Zeitgenössische" die Geschichte der berühmten Salzburger Puppenspieler-Familie und ihrer Produktionen näher angesehen. Der anschließende "Evangelische Gottesdienst" zum Reformationstag - um 9.30 Uhr in ORF 2 - kommt aus der Innsbrucker Christuskirche. Als zweite Dokumentation steht dann eine neue Ausgabe von "Musikalische Reisen" mit einem Schwerpunkt auf die polnische Heimat des Komponisten Frédéric Chopin: "Warschau und Umgebung - Die Heimat von Frédéric Chopin" um 10.15 Uhr in ORF 2. Die "kulturtipps" beschließen um 10.40 Uhr die Sonntags-"matinee".

Die Sendungsinhalte im Detail:

Freitag, 26. Oktober:

"Begierde und Sehnsucht" (9.05 Uhr)
Wie kein anderer wusste Schnitzler die besondere Umbruchszeit der Jahrhundertwende zu beschreiben. Wie Sigmund Freud in der Psychoanalyse brachte Arthur Schnitzler etwa zur gleichen Zeit die Tabus Sexualität und Tod zur Sprache.
Parkbänke, die Stunden der Abenddämmerung und der Nacht und der Wiener Prater - das ist die Kulisse: Leutnant Gustl, Fräulein Else, Fridolin aus der Traumnovelle und noch einige mehr landen auf ihren nächtlichen Irrwegen irgendwann auf einer Parkbank. Die Parkbank als Metapher für die Freud'sche Couch. Der nächtliche Prater als Symbol für das Dunkle-Verführende, schließlich die traumwandlerischen, ziellosen Wege von Schnitzlers Protagonisten durch das nächtliche Wien. Die Wiener Schauspielerin Sandra Cervik, der Psychoanalytiker Felix de Mendelssohn und der Musiker und Enkelsohn Michael Schnitzler verknüpfen in diesem Film von Herbert Eisenschenk auf beeindruckende Weise Schnitzlers Werk mit Fakten und Informationen zur Person Arthur Schnitzler. Ihr eigener Weg durch das heutige Wien wird zur bilderstarken Traumreise in die Innenwelt des Dramatikers und Erzählers.

"Die Theatermacher - 25 Jahre Festspiele Reichenau" (9.50 Uhr)
1988 gründeten Renate und Peter Loidolt die "Festspiele Reichenau" -zwei Quereinsteiger, die zu Beginn vor allem auf Skepsis gestoßen sind. Allen Zweiflern zum Trotz erkämpften sich die beiden innerhalb weniger Jahre aber einen führenden Platz unter den Sommerfestivals in Österreich: Die meisten Vorstellungen sind schon Monate im Voraus ausverkauft - und es gibt kaum einen bekannten Schauspieler, der nicht gerne in der traditionsreichen Sommerfrische im südlichen Niederösterreich auftreten würde.
Was ist das Geheimnis dieser Theatermacher und ihres kleinen, feinen Betriebs? Das Ehepaar Loidolt erzählt selbst über die Anfänge und wie es gelungen ist, den Festspielen Reichenau den heutigen Stellenwert im heimischen Kulturgeschehen zu geben. Anhand zahlreicher Szenenausschnitte wird die Vielfalt des Programms dokumentiert: "Die Strudelhofstiege" wurde ebenso in Reichenau inszeniert wie die "Parkbank-Philosophen" und die "Affäre Lina Loos". Zu sehen sind in der Dokumentation von Karina Fibich vor allem aber auch Produktionen des heurigen Sommers: "Ungeduld des Herzens", "Anna Karenina", "Frühere Verhältnisse" und "Reigen" (Aufzeichnung am 27. Oktober, 22.50 Uhr, ORF 2). Dabei machen Gespräche mit Schauspielern -darunter Petra Morzé und Peter Matic - und mit den Mitarbeitern hinter der Bühne deutlich, warum viele Menschen gerne in den malerischen Ort Reichenau kommen - nicht nur der Atmosphäre wegen, sondern auch um hier mit Freude zu arbeiten.

Sonntag, 28. Oktober:

"Das Salzburger Marionettentheater - Tradition auf dem Weg ins Zeitgenössische" (9.05 Uhr)
1913 wurde das Salzburger Marionettentheater gegründet - sieben Jahre vor den Salzburger Festspielen. Lange Zeit hat das Theater vor allem an der Tradition festgehalten, doch seit rund zwei Jahrzehnten sucht man ganz bewusst nach neuen Spielformen, immer öfter stehen Menschen und Puppen gemeinsam auf der Bühne, die Theaterillusion wird ganz mit Absicht gebrochen. Die Dokumentation von Eva Halus folgt der Entstehung der Produktion von Richard Wagners "Ring des Nibelungen", die auch ein Vermächtnis von Prinzipalin Gretl Aicher geworden ist. Die Enkelin des Gründers Anton Aicher, ist, ganz überraschend, im März 2012 gestorben. 35 Jahre hindurch hatte sie das Theater geleitet. Zum baldigen 100-Jahr-Jubiläum erinnert das Marionettentheater an frühe Produktionen, zeigt aber auch zeitgemäße Stücke, denn mit einer neuen Ästhetik will es auch den Menschen des 21. Jahrhunderts gefallen.

"Musikalische Reisen: Warschau und Umgebung - Die Heimat von Frédéric Chopin" (10.15 Uhr)
Nach dem live übertragenen Gottesdienst aus Innsbruck (9.30 Uhr) führt eine Folge aus der Reihe "Musikalische Reisen" in die reiche historische Altstadt von Warschau. Sie beherbergte einst einen der größten Pianisten und Komponisten: Frédéric Chopin. Chopin wurde 1810 in Zelazowa Wola als Sohn französisch-polnischer Eltern geboren und zeigte schon früh sein außergewöhnliches musikalisches Talent. Obwohl er den Großteil seines kurzen Lebens im Ausland verbrachte, gilt er doch als der wichtigste polnische Komponist. Er war im Wesentlichen einem einzigen Instrument, dem Klavier, zugetan, das er auch als Virtuose wie kaum ein anderer seiner Zeitgenossen beherrschte. Der britische Schauspieler und Moderator der Serie "Musikalische Reisen", Simon Callow, begibt sich in dieser Folge auch auf die Spuren des 1882 geborenen Karol Szymanowski, dessen oftmals ekstatische Musik auch als "polnischer Impressionismus" bezeichnet wird. Obwohl beide Komponisten zeitlich und stilistisch so weit voneinander getrennt sind, eint sie doch beide ihre Liebe zum Klavier und ihre Neigung zur Verwendung polnischer Volksmusikelemente in zahlreichen Werken.

"kulturtipps" (10.40 Uhr)

Die "kulturtipps" berichten von der Ausstellung "Der nackte Mann" im Linzer Lentos Kunstmuseum, außerdem von dem jetzt als Buch herausgegebenen jahrzehntelangen intensiven Briefwechsel zwischen der Künstlermuse Alma Mahler und dem Komponisten Arnold Schönberg sowie über Leos Janáceks Oper "Das schlaue Füchslein" am Stadttheater Klagenfurt.

Die "matinee" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

Rückfragen & Kontakt:

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