OTS0174 5 KI 0683 NRF0008 Mo, 08.Okt 2012
Fernsehen / ORF / Medien / Kreuz und quer

"kreuz und quer" am 9. Oktober: "Hutterer - ein Leben wie die Amish" und "Religion ohne Sexualität - die Shaker"

Wien (OTS) - "kreuz und quer" - präsentiert von Doris Appel - zeigt am Dienstag, dem 9. Oktober 2012, um 22.30 Uhr in ORF 2 den Dokumentarfilm "Hutterer - ein Leben wie die Amish" von Thomas Risch. In "Religion ohne Sexualität - die Shaker" begeben sich danach Anita Lackenberger und Gerhard Mader um 23.25 Uhr auf die Suche nach den Spuren der Shaker in den USA.

"Hutterer - ein Leben wie die Amish" - Ein Film von Thomas Risch

Ein Leben nach religiösen und gesellschaftlichen Prinzipien aus dem 16. Jahrhundert - ohne Geld, aber doch im Kontakt zur modernen Welt. Das versuchen die Hutterer-Gemeinden, die ihre Wurzeln unter anderem in Tirol haben, in den USA. Ähnlich wie die bekannteren Amish bemühen sie sich, ihre althergebrachte Lebensweise auch im 21. Jahrhundert aufrechtzuerhalten. Wie das gelingt, welche Zugeständnisse sie an die heutige Zeit machen, und wo auch diese Utopie an ihre Grenzen stößt, zeigt der Dokumentarfilm von Thomas Risch, der die Hutterer-Kolonie bei Leask in Sasakatchewan in Kanada vorstellt.

"Religion ohne Sexualität - die Shaker" - Ein Film von Anita Lackenberger und Gerhard Mader

Die Shaker sind ein Stück amerikanischer Geschichte, es sind Menschen, die vor 200 Jahren auszogen, um die Welt zum Guten zu verändern. Bis heute sind die Shaker bekannt für ihre Musik, aber auch die außergewöhnliche Designkunst. Mit der Funktionalität und Schlichtheit der Möbel haben sie die Moderne vorweggenommen. Neuen technischen Entwicklungen gegenüber waren sie stets aufgeschlossen. Gegründet wurde diese christliche Bewegung von einer Frau - Ann Lee, die in den 1780er Jahren aus Manchester in die USA kam, um dort mit ihren Anhängern ihren Glauben zu verwirklichen. Einer der zentralen Punkte ihrer Religion war ein zölibatäres Leben von Frauen und Männern, aber nicht in getrennten Siedlungen. Die Gleichheit der Geschlechter, die Gleichwertigkeit von Frauen- und Männerarbeit, war von Beginn an ein zentrales Anliegen.

Es gibt viele Bereiche, in denen die Shaker Vorreiter waren: Sie waren Vertreter des Pazifismus, der Gleichheit der Geschlechter und der Rassen, und sie waren vor allem auch der Moderne aufgeschlossen und geniale Erfinder und Konstrukteure. Eigentum des Einzelnen war tabu. Die Shaker lebten mit Gemeinbesitz und werden oft als die ersten "Kommunisten" Amerikas bezeichnet. Auch Friedrich Engels besuchte die Shakergemeinden, er bewunderte die großen Erfolge des gemeinsamen Wirtschaftens - trotz ihrer Religion, die er eher für eine "Dummheit" hielt.

Aber was ist das Besondere an der Shaker-Religion?: Ann Lee wurde von ihren Anhängern als erleuchtete Prophetin gesehen, sie hatte direkten Kontakt zu Gott und ermöglichte es auch ihren Anhängern, so sie ein entsprechendes Leben führen, einen direkten Kontakt zu Gott zu finden. Es gab keine Messen mit Kommunion und Priester, sondern direkte Gotteserfahrungen mit Visionen, ekstatischen Tänzen und Liedern, die direkt als Geschenk von Gott geschickt wurden. Diese Lieder sind bis heute ein wesentliches Kulturgut der amerikanischen Folktradition. So wird das Lied "Simple Gift" wird in verschiedenen Variationen immer wieder an prominenter Stelle verwendet, wie zuletzt bei der Inauguration von Präsident Obama.

Die Shaker waren auch die ersten Samenhändler und -produzenten der Vereinigten Staaten, sie waren Vorreiter der Elektrifizierung und erfanden eine Vielzahl von Maschinen. Durch den offensiven Gebrauch der Technik sollte mehr Raum für Gott geschaffen werden. "Hands to Work und Hearts to God" war ein wesentliches Moto der Glaubensgründerin Ann Lee. In ihrer Blüte Mitte des 19. Jahrhunderts gab es Tausende Shaker, heute sind es nur mehr ganz wenige Menschen.

Anita Lackenberger und Gerhard Mader haben bisher nicht gezeigtes Filmmaterial von den Shakertänzen entdeckt und viele Menschen, die noch heute von den Ideen der Shaker inspiriert werden. Sie haben eine amerikanische Erfolgsgeschichte gefunden und auch einen Blick in die amerikanische Seele geworfen, die von Geschichten wie dieser - einer Frau, die auszog, die Welt zu verändern - lebt.

"kreuz und quer" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar und steht als zeitnahe Servicewiederholung am Mittwoch im Hauptabend auf dem Programm von ORF III Kultur und Information.

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

***OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT***

OTS0174 2012-10-08/12:56