OTS0270 5 II 0415 VGT0001 Mi, 03.Okt 2012
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Zum Welttierschutztag appelliert der VGT an ÖVP und Wissenschaftsminister

VGT: Wir brauchen ein den modernen Anforderungen entsprechendes Tierversuchsgesetz, kein Feigenblatt für hemmungslose und unkontrollierte Tierversuche

Wien (OTS) - Anlässlich des morgigen Welttierschutztages erinnert der VGT an die Bringschuld der Politik und insbesondere der ÖVP, das veraltete Tierversuchsgesetz aus dem Jahr 1989, nach dem völlig unkontrolliert alle Tierversuchsanträge genehmigt werden, nach modernen Tierschutzstandards zu reformieren. Dazu gehört eine Schaden-Nutzen Abwägung nach objektiven Kriterien und damit einhergehend ein Verbot von Tierversuchen, die keinen ausreichenden Nutzen für Menschen in realistische Aussicht stellen, der das verursachte Tierleid aufwiegt. Nur 1/3 aller Tierversuche dienen der angewandten Forschung in der Medizin und selbst davon weist nur ein kleiner Teil erfolgreiche Heilungsmethoden an den betroffenen Tieren aus. Von diesem kleinen Prozentsatz von an Tieren erfolgreicher Medikamente sind ganze 92% anschließend beim Menschen wirkungslos oder sogar gefährlich.

VGT-Obmann DDr. Martin Balluch: "Aus diesen wissenschaftlich dokumentierten Zahlen ergibt sich, dass die große Mehrheit aller Tierversuche für den Menschen vollkommen sinnlos sind. Wir brauchen daher ein strenges Genehmigungsverfahren, das in der Lage ist, diese unnötigen Tierversuche von vornherein auszufiltern und zu verbieten. Damit die Bevölkerung letztlich beurteilen kann, ob die genehmigten Tierversuche auch wirklich sinnvoll waren, soll der Versuchsablauf jedes Tierversuchs veröffentlicht und nach Abschluss eine rückblickende Bewertung durchgeführt werden. Die Österreichische Akademie der Wissenschaften hat diese Kontrolle in ihrer gestrigen Aussendung rundweg abgelehnt. Wenn Tierversuchsinstitutionen eine derartige Kontrolle ablehnen, dann zeigt das aber nur, dass sie etwas zu verbergen haben. Die Tierversuchsseite boykottiert auch jede öffentliche Diskussion zu dem Thema. Sie ist sich nämlich sehr genau bewusst, dass es eine Welle der Entrüstung gebe, würde die Öffentlichkeit die wahre Situation bei Tierversuchen erkennen. Doch deshalb die Gesellschaft nicht zu informieren ist mit Demokratie unvereinbar. Wenn die Öffentlichkeit Tierversuche zu verantworten hat und sogar finanziert, dann muss sie voll darüber aufgeklärt werden und entsprechend informiert darüber entscheiden können."

Und der VGT-Obmann appelliert an die ÖVP: "Wir wenden uns an den zuständigen Wissenschaftsminister und die ÖVP, die als einzige Partei ein strenges Tierversuchsgesetz, und damit einhergehend die Erhebung von Tierschutz in die Verfassung, behindert. Die Tierversuchslobby mag mehr Geld haben und mit Wirtschaftssanktionen drohen können, doch die Moral steht auf Seiten der missbrauchten Tiere. Anlässlich des morgigen Welttierschutztages sollten wir uns darauf besinnen, was es für 200.000 Versuchstiere pro Jahr in Österreich bedeutet, in Tierversuchen zu sterben. Wo bleibt hier der christliche Wertemaßstab, wenn man diesen Tieren selbst das Mindestmaß an ernsthafter Kontrolle verwehrt?!"

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