OTS0256 5 II 0558 NRK0026 Mi, 03.Okt 2012
Kommunales / Gender Mainstreaming / Frauenberger

Gender Mainstreaming wirkt

Stadträtin Frauenberger eröffnet Fachtagung

Wien (OTS) - Über 180 TeilnehmerInnen diskutierten gestern Mittwoch bei der von der Stadt Wien in Kooperation mit der FH Campus Wien veranstalteten Tagung "Gender Mainstreaming wirkt?!" im Wiener Rathaus darüber, wie die Gleichstellung der Geschlechter nach den Erfolgen der vergangenen Jahren angesichts neuer Herausforderungen weiter voranzubringen ist.

Die Tagung wurde von Frauenstadträtin Sandra Frauenberger eröffnet: "Gender Mainstreaming in der Stadt Wien bedeutet Frauen und Männern den gleichen Zugang zu kommunalen Dienstleistungen zu ermöglichen. In Wien ist Gleichstellung institutionell gut verankert:
Neben der Frauenabteilung und den Gleichbehandlungsbeauftragten gibt es ein eigenes Dezernat für Gender Mainstreaming." Frauenberger betont die Notwendigkeit einer Tagung, wie der gestrigen: "Wichtig ist Gender Mainstreaming und Gender Budgeting nie für abgeschlossen zu betrachten. Ohne beharrlichem Dranbleiben und regelmäßigen "Qualitätschecks" durch ExpertInnen besteht die Gefahr, dass Gender rasch wieder im Mainstreaming verloren geht."

Neue Herausforderungen und neue Chancen

Dass die Berücksichtigung von Genderaspekten auch eine große Chance darstellt, hielt der stellvertretende Magistratsdirektor, Mag. Wolfgang Müller, in seinem Eröffnungsstatement fest. Dadurch könnten die Leistungen der Stadt Wien fairer und zielgerichteter gestaltet und insgesamt die Qualität verbessert werden. Das zeigt sich an vielfältigen Beispielen, etwa der Gestaltung von Parkanlagen, dem sozialen Wohnbau und der geschlechtssensiblen Pädagogik als Standard in den Wiener Kindergärten.
Dank gesetzlich verankerter Förderungsmaßnahmen für Frauen ist heute vieles möglich, was für die Generation der Mütter noch undenkbar schien. Diese Selbstverständlichkeit droht den Blick für weiter bestehende Ungleichheiten zu verschleiern. Andererseits drohen Rückschritte in Zeiten der Krise. Denn, so die Ökonomin Margit Schratzenstaller, Einsparungen im Bereich der sozialen Infrastruktur könnten traditionelle Rollenbilder wieder verfestigen.
Ulrike Alker, Leiterin Gender & Diversity Management an der FH Campus Wien, betonte die VorreiterInnenrolle der Fachhochschule im Gender-Thema: "An der FH Campus Wien wirkt Gender Mainstreaming umfassend und nachhaltig als Querschnittsmaterie in der Lehre, in der Didaktik, in allen Prozessen auf Organisationsebene und im Recruiting. Darüber hinaus tragen unsere AbsolventInnen ihr Gender-Know-how in die jeweiligen Berufsfelder weiter."

Mit "gender+" gegen starre Rollenbilder

Die international anerkannte Genderexpertin Professorin Mieke Verloo von der Radbound Universität in Nijmegen berichtete in ihrer Keynote über Erfahrungen bei der Umsetzung von Gender Mainstreaming, die sie im Zuge zahlreicher EU-Forschungsprojekte sowie Beratungstätigkeiten für EU-Institutionen und Regierungen gewonnen hat.
Expertin Mieke Verloo zog aus ihren Studien das Fazit, dass der Kern der immer noch vorhandenen Widerstände gegen Gleichstellung in zu starren Rollenbildern zu suchen ist. Eindeutige Zuweisungen zu den Geschlechterrollen - Frauen oder Männer geben auch Sicherheit über die eigene Identität, das Infrage stellen verunsichert. Mit dem neuen Schlagwort "gender+" soll darauf aufmerksam gemacht werden, nicht in den starren Kategorien "Frauen" und "Männer" zu denken, sondern Menschen in ihrer Vielfältigkeit zu respektieren. Damit wurde auch klar zum Ausdruck gebracht, dass es Kooperation zwischen den vielfältigen Strategien gegen Diskriminierungen braucht und sich die einzelnen Ansätze - Frauenförderung, Gender Mainstreaming, Diversitätsmanagement, Antirassismusarbeit etc. - nicht gegeneinander ausspielen lassen sollen.

Klare Vorgaben, Personalpolitik und Know-How Aufbau als Voraussetzung für nachhaltige Veränderungen

Die Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Verwaltung, dem Arbeitsmarktservice, Bildungseinrichtungen und NGOS hielten fest, dass nachhaltige Wirkungen und Veränderungen nur mit klaren gesetzlichen Regelungen und Vorgaben, einer entsprechende Personalpolitik - z.B. bei der Achtung auf Sensibilität gegenüber Genderfragen und Diversität bereits bei der Personalauswahl - und Unterstützung durch Know-How Aufbau zu erreichen sind. (Schluss) grs

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