OTS0005 5 II 0226 PRO0001 KI So, 03.Jun 2012
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"profil": Haneke: "Österreichs Politiker halten es offenbar nicht für nötig, dem heimischen Film Reverenz zu erweisen"

Der österreichische Starregisseur und Cannes-Sieger übt scharfe Kritik an der heimischen Kulturpolitik und Filmförderung

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" kritisiert Regisseur Michael Haneke nach seinem Triumph bei den Filmfestspielen in Cannes Österreichs abwesende Kulturpolitik. Eine Erklärung, warum Kulturministerin Claudia Schmied Cannes fernblieb, während sowohl der deutsche Kulturminister als auch seine französische Kollegin die Weltpremiere von "Amour" besuchten, habe er nicht, sagt Haneke:
"Dabei geht es nicht um 'Amour' und auch nicht um Ulrich Seidls Film, der ja ebenfalls in Cannes lief. Unseren Filmen wird das nicht schaden. Nur innerösterreichisch ist das ein Problem, denn es signalisiert dem Publikum, dass nicht einmal die Politiker es für nötig halten, dem österreichischen Film ihre Reverenz zu erweisen. Und wenn sich gegenwärtig Tendenzen in der Filmförderung abzeichnen, am so genannten 'Festivalfilm', also an künstlerisch anspruchsvollen Produktionen zu sparen, um statt dessen das Segment des so genannten 'Publikumsfilms' zu stärken, dann ist das ein Alarmzeichen. Ich habe wohlgemerkt nichts gegen Unterhaltungsfilme, und auch um meine eigenen Werke mache ich mir keine Sorgen: Dafür findet sich das Geld. Aber man muss all die zarten Kino-Pflänzchen, die da in den letzten Jahren gewachsen sind, auch begießen."

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