OTS0075 5 CI 0346 CAO0001 Mi, 23.Mai 2012
Hilfe / Außenpolitik / Entwicklungshilfe / International / Katastrophen

CARE: Jemen von Hungerkatastrophe bedroht!

Hungerzahlen seit 2009 verdoppelt / 10 Millionen Menschenleben in Gefahr

Wien (OTS) - Anlässlich der heute im saudiarabischen Riad stattfindenden internationalen "Freunde des Jemen"-Konferenz warnen sieben Hilfsorganisationen, darunter CARE, Oxfam und Save the Children, vor einer drohenden Hungerkatastrophe im Jemen: 10 Millionen Menschen - 44 Prozent der Bevölkerung - haben schon jetzt nicht genug zu essen. 5 Millionen benötigen dringend Nahrungsmittelhilfe, darunter 267.000 Kinder, die lebensbedrohlich mangelernährt sind. Die geplante Nothilfe der Vereinten Nationen ist bis jetzt nur zu 43 Prozent finanziert - 206 Millionen Euro fehlen.

Die politische Krise des letzten Jahres führte zu erhöhten Nahrungs-und Treibstoffpreisen und damit zu einem Ansteigen der Anzahl der Hungernden, die sich im Vergleich zu 2009 verdoppelt hat. In den meisten Landesteilen gibt es zwar noch genügend Nahrungsmittel, aber für Millionen Menschen sind sie unerschwinglich. Die Situation wird zusätzlich von Konflikten im Norden und Süden des Landes verschärft, die allein in den vergangenen zwei Monaten an die 95.000 Menschen zur Flucht zwangen, womit sich die Anzahl der im eigenen Land Vertriebenen auf fast eine halbe Million Menschen erhöhte.
Laut Oxfam hat sich ein Viertel der Bevölkerung verschuldet, um ihre Familien ernähren zu können. Kinder werden aus der Schule genommen und zum Betteln geschickt, damit sie ein wenig Geld für Nahrung heimbringen, Mädchen frühzeitig verheiratet, um ihre Familien zu entlasten.

Andrea Wagner-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich: "Wenn nicht schnellstens humanitäre Hilfe geleistet wird, droht dem Jemen eine katastrophale Hungerkrise. Die anhaltend schwierige politische Situation darf keine Ausrede sein, um dringend benötigte Hilfsleistungen hinauszuzögern. Die Hungernden im Jemen können nicht warten, bis sich die Gebergemeinschaft endlich zum Handeln überwindet."

CARE führt im Jemen seit 20 Jahren Hilfsprojekte durch. Ein Schwerpunkt der aktuellen Nothilfe gilt den intern Vertriebenen im Norden und Süden des Landes, die von CARE mit sicheren Unterkünften, Trinkwasser und Maßnahmen im Hygiene- und Sanitärbereich unterstützt werden.

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