OTS0079 5 II 0318 FMB0002 CI Mo, 23.Apr 2012
Innenpolitik / Grüne / Brunner / Tierversuche / Abschaffung / EU

Brunner: Tierversuche reduzieren und Ersatzmethoden fördern

Grüne fordern gesetzliche Verankerung der ethischen Bewertung von Tierversuchen

Wien (OTS) - Anlässlich des morgigen "Internationalen Tages zur Abschaffung der Tierversuche" fordern die Grünen, eine gesetzliche Verankerung der ethischen Bewertung von Tierversuchen. "Minister Töchterle muss gesetzlich sicherstellen, dass ein unabhängiges Gremium die Notwendigkeit eines Tierversuches prüft. Es muss endlich auch inhaltlich überprüft werden und nicht nur, ob die Formulare richtig ausgefüllt sind. Kernstück eines solchen Genehmigungsverfahrens muss dabei eine gewissenhafte ethische Bewertung mit Hilfe eines noch zu erstellenden Kriterienkatalogs sein", fordert Christiane Brunner, Tierschutzsprecherin der Grünen.

Die Grünen wollen, dass die Genehmigungsverfahren im Sinne des Tierschutzes verschärft werden, die Ersatzmethoden zu Tierversuchen stärker gefördert und die Anzahl der Tierversuche EU-weit deutlich verringert werden. "Wenn es nach mir ginge, müsste das neue EU-Tierversuchsgesetz nur einen Satz enthalten: Tierversuche sind ausnahmslos verboten. Das würde den Tod der mehr als zwölf Millionen Tiere in Europas Labors beenden", meint Brunner.

Doch die EU-Richtlinie erlaubt den einzelnen Mitgliedstaaten nicht strengere Maßstäbe anzusetzen. Es besteht in einigen Punkten juristischer Spielraum, z.B. durch 'Kann'-Bestimmungen, so dass Verbesserungen für die Tiere durchaus möglich sind.
"Viele Tierversuche sind nicht notwendig, weil es bereits Alternativen zum Tierversuch gibt, zum Beispiel mit Zellkulturen und Computersimulationen. Diese Methoden sorgen für mehr Sicherheit ohne zusätzliches Tierleid. Die Weiterentwicklung von Alternativmethoden und deren raschere Anerkennung und Anwendung würde vielen Tieren großes Leid und den sicheren Tod ersparen und ist daher dringend zu fördern. Wir fordern die verpflichtende Anwendung tierversuchsfreier Methoden bei Verfügbarkeit und nicht erst, wenn die Methode nach Unionsrecht anerkannt ist, was Jahre oder Jahrzehnte dauern kann", betont Brunner.

Jährlich werden Millionen von Versuchstieren für die Entwicklung von Arzneimitteln, zur Erforschung von Krankheiten, bei der Herstellung von Agrar- und Industriechemikalien gequält und getötet. Viele dieser Tierversuche sind sinnlos, weil sich die Ergebnisse am künstlich geschädigten Versuchstier nicht mit der nötigen Sicherheit auf den Menschen übertragen lassen.

Rückfragen & Kontakt:

Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
presse@gruene.at

***OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT***

OTS0079 2012-04-23/10:38