OTS0100 5 KI 0662 NRF0003 Mo, 16.Apr 2012
Fernsehen / ORF / Medien / Kreuz und quer

"kreuz und quer" am 17. April: "Geister" und "Das Hirn und Ich"

Wien (OTS) - Die moderne Psychologie erklärt Geisterwahrnehmung
als Veräußerlichung innerer Konflikte, die als solche verstanden und behandelt werden kann. Doch diese Vorstellung scheint die Menschen nicht zu überzeugen. Für die Dokumentation "Geister", die "kreuz und quer" - präsentiert von Doris Appel - am Dienstag, dem 17. April 2012, um 22.30 Uhr in ORF 2 zeigt, hat Peter Beringer bei Geisterjägern, Schamanen, Ethnologen, Neurowissenschaftern, Therapeuten, Theologen, Parapsychologen und Meditationsmeistern Antworten gesucht. Im anschließenden Film "Das Hirn und Ich" dokumentiert Kurt Langbein um 23.15 Uhr eine Art Wettbewerb zwischen den deterministischen Thesen und den Verfechtern eines freien Willens anhand von Beispielen aus dem menschlichen Alltag.

"Geister" - eine Dokumentation von Peter Beringer

Geister gehören seit Urzeiten zum Erlebnishorizont des Menschen. In fast allen Kulturen werden sie gefürchtet und verehrt, man schreibt ihnen die Macht zu, das Schicksal der Menschen zu bestimmen und zu verändern. Als verstorbene Seelen, Dämonen oder Engel erkennt auch das Christentum die Existenz solcher jenseitiger Wesenheiten an, auch wenn ihre Anbetung unterdrückt wird. Doch bis heute haben weder Monotheismus noch Aufklärung am Glauben und Erleben der Menschen viel geändert: Gerade in der modernen, aufgeklärten Welt, die Gott und Religion ad acta legt, wenden sie sich - bewusst oder unbewusst -wieder Geistern zu. "Spiritualität" meint häufig den Glauben an gute und böse Geister, die als "Energien" beschrieben werden, Techniken wie Schamanismus und Meditation arbeiten mit Bewusstseinskonzepten, die häufig auch den eigenen Geist der Menschen als vom Körper getrennten "Geist" beinhalten. Was bedeutet es, wenn in einer vorgeblich religionslosen Zeit die Menschen sich gerade solchen religiösen Inhalten zuwenden? In Peter Beringers Film kommen u. a. der Therapeut Eugen Drewermann, der Theologe Wolfgang Treitler, die Geisterjäger der "Austrian Paranormal Investigators", die Ethnologin Yvonne Schaffler, der Zürcher Neurowissenschafter Peter Brugger, der Geistererfahrungen aus medizinischer Sicht untersucht, und die Tiroler Wald- und Pflanzenexpertin Conny Miedler, die viele Jahre als Assistentin eines Schamanen im Urwald Venezuelas verbracht hat, zu Wort.

"Das Hirn und Ich" - eine Dokumentation von Kurt Langbein

"Wenn das Bewusstsein das Resultat von Gehirnprozessen ist, dann werden wir bei unserem künstlichen Gehirn bald ebenfalls eine Art Bewusstsein sehen." Henry Markram, Hirnforscher in Lausanne in der Schweiz, hat mit seinem "Blue Brain"-Projekt neue Maßstäbe in der Hirnforschung gesetzt. In einem der größten Computer der Welt arbeiten 10.000 elektronische Klone von Hirnzellen selbstständig wie im Gehirn. Schon in zehn Jahren will Markram das menschliche Hirn komplett nachgebaut haben. Ist das Bewusstsein nicht mehr als ein neurochemischer Prozess? Wenn ja, was ist dann unser freie Wille, unser "Ich"? Lässt sich aus der modernen Hirnforschung ableiten, dass nicht unser Ich, sondern chemische und physikalische Prozesse in den Neuronen entscheiden, was wir denken und wollen? Oder ist das eine reduktionistische Verzerrung der Realität? Gibt es einen freien Willen?

Die Hirnforschung hat in den vergangenen 20 Jahren enorme Fortschritte gemacht. Doch fast alle optimistischen Einschätzungen, dem Verständnis des komplexesten Organs nahegekommen zu sein, haben sich als verfrüht herausgestellt. "Wenn das Gehirn so einfach wäre, dass wir es verstehen könnten, dann wären wir so einfach, dass wir es nicht verstehen könnten", resümiert der Berliner Hirnforscher John-Dylan Haynes, der selbst mit einem Versuch Aufsehen erregte:
Versuchspersonen in einem Kernspintomografen sollten ganz nach ihrem Gutdünken einen Knopf links oder rechts drücken. Mit einer speziellen Software konnte Haynes die Aktivitätsmuster erkennen und vorhersagen, welchen der beiden Knöpfe der Proband drücken werde - und zwar bereits sieben Sekunden bevor die Versuchsperson eine bewusste Entscheidung traf. Das würde bedeuten, dass das Gehirn längst entschieden hat, bevor wir meinen zu entscheiden. Philosophen wie Peter Strasser widersprechen dieser Schlussfolgerung. Und tatsächlich gibt es auch wissenschaftliche Beispiele, die zeigen, wie sehr das Bewusstsein auf das Nervensystem einwirkt, wie etwa beim Placebo-Effekt.

"kreuz und quer" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar und steht als zeitnahe Service-Wiederholung am Mittwoch im Hauptabend auf dem Programm von ORF III.

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