OTS0040 5 WI 0302 FEL0005 II Sa, 03.Sep 2011
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ÖSTERREICH: Telekom-Aufsichtsratschef Markus Beyrer fordert "alle Boni zurück"

Leiter der neuen Untersuchungsgruppe soll "kein Österreicher sein - aber aus deutschsprachigem Raum".

Wien (OTS) - Markus Beyrer, Aufsichtsratschef der Telekom Austria, erläutert im Interview mit der Tageszeitung ÖSTERREICH (Sonntag-Ausgabe) die nächsten Schritte, nachdem der Aufsichtsrat in seiner Krisensitzung am Freitag die Einsetzung eines externen Untersuchungsteams beschlossen hat.

"Wir müssen jetzt die geeigneten Personen für die Untersuchungsgruppe finden. Die erste Aufgabe des Kontrollausschusses unter meinem Vorsitz ist es, dafür ein Wirtschaftsprüfungsunternehmen mit dem notwendigen forensischen Know-how zu finden. Es muss geprüft werden, wo es Ausschließungsgründe gibt - die KPMG etwa ist Abschlussprüfer der Telekom, kommt daher nicht infrage", so Beyrer. Der Leiter dieses Teams sollte "kein Österreicher sein. Aber er muss aus dem deutschsprachigen Raum kommen." Zusätzlich untersucht werden laut Beyrer jetzt u.a. Immobilien-Deals und Akquisitionen der Telekom. "Das heißt nicht, dass es da Verdachtsmomente gibt - aber es geht darum, Sicherheit zu bekommen."

Die Kosten für die neuen Prüfungen kann Beyrer, wie er der Tageszeitung ÖSTERREICH erklärt, noch nicht abschätzen. "Aber sie müssen im Verhältnis zum entstandenen Schaden liegen. Der beträgt derzeit 18 Mio. Euro. Als Aufsichtsratschef muss ich die Kosten ja bei der Hauptversammlung vor den Aktionären rechtfertigen."

Mit der Umsetzung der Schadenersatzforderungen wurde ein Anwalt beauftragt. "Wir fordern die Boni aus dem Optionsprogramm zurück und klagen alle Schädiger auf Ersatz." Auch jene Manager, die nichts von der Kursmanipulation wussten, müssen ihren Bonus zurückzahlen. Beyrer: "Das Geld wird von allen zurück gefordert."

Der aktuelle Telekom-Chef Ametsreiter genießt Beyrers volles Vertrauen. "Wir haben diese Frage zwar am Freitag im Aufsichtsrat diskutiert. Aber der Vorstand hat versichert, in keiner Weise in die Malversationen verwickelt zu sein, und wir haben keinen Grund, daran zu zweifeln. Der Aufsichtsrat hat dem Vorstand das Vertrauen ausgesprochen."

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