OTS0064 5 WI 0537 FGG0001 CI Do, 07.Jul 2011
Energie / Alternativen / Umwelt / Klima

Fernkälte senkt CO2-Ausstoß um coole 70 Prozent

Wien (OTS) - Trotz sommerlicher Hitze in kühlen Büros arbeiten:
Fernkälte ist die umweltfreundliche Alternative zur strombetriebenen Klimaanlage. Die Nachfrage wird sich bis 2020 mehr als verdreifachen.

Ein heißer Sommertag im Büro: Das bedeutet normalerweise surrende herkömmliche Klimaanlagen, enormen Stromverbrauch und steigende CO2-Emissionen. Hingegen sorgt Fernkälte für kühle Büros und Geschäfte und bietet den zusätzlichen Vorteil, dass Umwelt und Klima geschont werden. Denn die Kälte wird nicht nur mit Strom, sondern großteils mit Wärme erzeugt: mit jener Wärme, die als Abwärme von Müllverbrennungen oder Kraftwerken ohnehin vorhanden ist und gerade im Sommer ungenützt verpuffen würde.

"Fernkälte ist besonders umweltfreundlich, da unterm Strich deutlich weniger Energie verbraucht wird", sagt Mag. Michael Mock, Geschäftsführer Fachverband Gas Wärme.
Immerhin führe die zunehmende Klimatisierung dazu, dass der Stromverbrauch an heißen Tagen in Österreich um bis zu 15 Prozent ansteigt.

Im Vergleich zu konventionellen Klimaanlagen spart Fernkälte pro Megawattstunde Kälte 240 Kilogramm CO2 ein. Das entspricht einer CO2-Reduktion von rund 70 Prozent.

Vom AKH über TownTown bis zum Linzer Brucknerhaus

Fernkälte ist vor allem in Ballungsräumen für Abnehmer mit hohem Energiebedarf wie Krankenhäuser, Hotels, Veranstaltungs- und Bürogebäude eine sinnvolle Kühlmöglichkeit.
In Wien werden unter anderem das Allgemeine Krankenhaus, der Bürokomplex TownTown, die Universität für Bodenkultur oder das Bürogebäude Skyline mit Fernkälte gekühlt. In Linz zählen etwa das Brucknerhaus oder das Krankenhaus der Elisabethinen zu Fernkälte-Kunden. In St. Pölten ist derzeit die Versorgung des Landesklinikums mit Fernkälte in Planung.

Fernkälteverbrauch um 140 Prozent gestiegen

Experten erwarten, dass der Bedarf an Kühlung und Kühlenergie in den nächsten Jahren stark steigen wird. Laut Mock könnten in Zukunft bis zu 70 Prozent der Büroflächen in Österreich klimatisiert werden. Heute sind es knapp 30 Prozent, im europäischen Durchschnitt wird derzeit jedes zweite Büro gekühlt. In Österreich werde man in spätestens 20 Jahren für das Kühlen gleich viel Energie wie fürs Heizen benötigen - nicht zuletzt weil die Klimaerwärmung Kühlung notwendig machen wird.

2010 ist der österreichische Fernkälteverbrauch von 25 auf 60 Gigawattstunden angewachsen. Das entspricht einer Steigerung um 140 Prozent innerhalb von zwölf Monaten. Fernkälte steht heute gewissermaßen so am Anfang wie Fernwärme in den 1970er Jahren. Mock schätzt: "Die Versorgung mit Fernkälte wird sich bis 2020 mehr als verdreifachen."

Dezentrale und zentrale Fernkälte

Gebäude werden zentral oder dezentral mit Fernkälte versorgt. Wärme aus der Müllverbrennung oder Abwärme von KWK-Anlagen treibt eine Kältezentrale an, welche Kaltwasser mit einer Temperatur von sieben Grad erzeugt. Wenn ein Abnehmer von einer zentralen Kältezentrale aus versorgt wird, dann wird das Kühlwasser über das Fernkältenetz in jenes Gebäude transportiert, das gekühlt werden soll. Dort wird es in das lokale Klimasystem eingespeist. Das zurücklaufende Wasser wird in einem geschlossenen Kreislauf wieder abgekühlt.

Bei dezentraler Erzeugung von Fernkälte wird im Gebäude des Kunden eine Kältezentrale errichtet und über das Fernwärmenetz mit der Antriebsenergie versorgt. Diese Vorgangsweise ist dort sinnvoll, wo kein eigenes Fernkältenetz vorhanden ist.

"Fernkälte ist eine umweltschonende und energieeffiziente Form der Klimatisierung und damit eine wirkungsvolle Maßnahme zur CO2-Reduktion", so Mock. "Daher sind Förderungen für den Ausbau des Fernkältenetzes, wie sie im Wärme- und Kälteleitungsausbaugesetz ohnehin vorgesehen sind, eine wichtige Maßnahme, um die österreichischen Klimaziele zu erreichen."

Rückfragen & Kontakt:

Fachverband Gas Wärme
Mag. Michael Mock
Geschäftsführer
Mail: mock@gaswaerme.at
Tel: +43/1/513 15 88/13
www.gaswaerme.at

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