OTS0194 5 II 0326 ECH0002 Mi, 22.Jun 2011
Politik / Tirol

In Tirol droht ein Aufstand der Jäger

Zwei Rücktritte im Vorstand des Tiroler Jägerverbands lösen Alarmbereitschaft bei rund 16.000 Jägern aus. Strafrechtlich relevante Vorwürfe gegen Anton Steixner stehen im Raum.

Innsbruck (OTS) - Im rund 16.000 Mitglieder umfassenden Tiroler Jägerverband rumort es. Weil die politische Einflussnahme auf den Verband zuletzt zu groß geworden ist, haben Forstreferent Robert Kirschner und Rechtsreferent Martin Zanon ihre Vorstandsfunktionen im Verband zurückgelegt. Kirschner, der wie Zanon im Jahr 2008 in den Vorstand des Verbandes gewählt worden war, machte am 31. Mai 2011 den Anfang. Wie das Nachrichtenmagazin ECHO in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe berichtet, erhebt Kirschner in seinem Rücktrittsschreiben schwere Vorwürfe gegen Landesjägermeister Karl Berktold sowie gegen Landeshauptmann-Stellvertreter Anton Steixner. Nachdem Paul Steixner, Bruder des Jagdreferenten in der Tiroler Landesregierung, Ende 2007 aus Krankheitsgründen als Landesjägermeister zurückgetreten war, musste der Vorstand neu gewählt werden. Robert Kirschner, der über Jahrzehnte die Bezirksforstinspektion in Osttirol geleitet hatte, war als Forstreferent vorgeschlagen worden. Um, wie Kirschner in seinem Schreiben vermutet, seine Wahl in den Vorstand zu verhindern, gab Anton Steixner Unterlagen und Informationen aus einem geheimen, damals noch anhängigen Disziplinarverfahren gegen Kirschner an Landesjägermeister Karl Berktold weiter. Dieser thematisierte die Vorwürfe gegen Kirschner in kleinem und auch in größerem Kreis. Kirschner wurde trotzdem in den Vorstand gewählt. "Wie ich mittlerweile weiß, hat sich Berktold tags darauf in einem gesonderten Schreiben an Steixner dafür entschuldigt, sein Anliegen nicht durchgebracht zu haben", so Kirschner, der in seinem Schreiben festhält, dass der Führungsstil des Landesjägermeisters für ihn "nicht mehr ertragbar" sei. Die Weitergabe der Unterlagen aus dem Disziplinarakt ist in strafrechtlicher Hinsicht als höchst problematisch zu bewerten. "Dies liegt schon hart an der Grenze zum Amtsmissbrauch. Jedenfalls stellt sich die Frage nach der Verletzung des Amtsgeheimnisses, die vom § 310 des Strafgesetzbuches sanktioniert wird", analysiert Anwalt Martin Zanon die Situation. Zanon gab seinen Rücktritt aus dem Vorstand Anfang Juni 2011 bekannt.

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