OTS0088 5 CI 0258 GRP0001 CA Fr, 22.Apr 2011
Umwelt / Greenpeace / Atom / Japan

Greenpeace: Erhöhung des Strahlenbelastungslimits für Kinder skandalös

Umweltorganisation kritisiert Vorgehen der japanischen Regierung und fordert Rücknahme der Grenzwererhöhung

Tokyo/Wien (OTS) - Die vom japanischen Ministerium für Bildung Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (MEXT) verkündete Anhebung der maximalen Strahlenbelastungsgrenze für Kinder auf 20 Millisievert pro Jahr entspricht dem Strahlenbelastungslimit eines AKW-Arbeiters und ist zwanzig Mal höher als die internationale Bestimmung der jährlich erlaubten Strahlendosis für Erwachsene. Greenpeace kritisiert die groteske Vorgehensweise der japanischen Regierung, die statt der Ausweitung der Evakuierungszone eine Anhebung der Strahlenbelastungsgrenzwerte vorsieht, zutiefst und fordert die Erhöhung der offiziellen Strahlengrenzwerte für Kinder zurückzunehmen.

Darüber hinaus fordert die Umweltorganisation die internationale Staatengemeinschaft darunter Österreich und Deutschland dazu auf, das Thema bei der japanischen Regierung zur Sprache zu bringen und eine Rücknahme der Grenzwerterhöhung zu verlangen.

"Es ist verantwortungslos, das Strahlenbelastungslimit für Kinder auf ein Zwanzigfaches des international festgelegten Maximums für Erwachsene zu setzen. Die japanische Regierung kann nicht einfach die Sicherheitsstandards als politische Zweckmäßigkeit missbrauchen, um Normalität vorzutäuschen" ist Junichi Sato, Geschäftsführer von Greenpeace Japan empört.

"Eine der Lehren aus Tschernobyl war, dass Kinder viel gefährdeter sind, was die Auswirkungen von erhöhter Strahlenbelastung anbelangt", so Sato und fordert die Regierung zu verantwortungsvollerem Handeln auf: "Die japanische Regierung spielt die Gefahren für die Bevölkerung noch immer herunter. Das Greenpeace-Strahlenmessteam hat hoch kontaminierte Hotspots in dicht besiedelten Gegenden in Fukushima und Koriyama gefunden. Diese Gebiete müssen umgehend evakuiert und die Menschen darüber aufgeklärt werden, welchem Risiko sie ausgesetzt sind."

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