OTS0212 5 WI 0472 BLB0001 CI Fr, 15.Apr 2011
Agrar / Landwirtschaft / EU / Politik / Umwelt / Technologie / Sicherheit

BIO AUSTRIA Obmann Rudi Vierbauch fordert Moratorium für Gentech-Anbau

Schlussfolgerungen von EU-Kommissar Dalli zu den sozioökonomischen Auswirkungen von Gentech-Pflanzen greifen viel zu kurz.

Wien/Brüssel (OTS) - "Die Schlussfolgerungen der EU-Kommission zu den sozioökonomischen Auswirkungen des Anbaus von Gentech-Pflanzen greifen viel zu kurz", kommentiert BIO AUSTRIA Obmann Rudi Vierbauch einen heute von Kommissar Dalli in Brüssel veröffentlichten Bericht in einer ersten Reaktion. "Es ist zwar positiv, dass die EU-Kommission sich endlich der Auswirkungen dieser Technologie auf die Gesellschaft annimmt, doch der Aufruf zu einer sachlicheren Diskussion klingt wie Hohn in den Ohren jener, die tagtäglich darum kämpfen, ihre Produkte frei von gentechnischen Verunreinigungen zu halten und die Kosten dafür auch noch selbst tragen müssen. Beim Einsatz von Gentech-Pflanzen in der Landwirtschaft steht dem Nutzen für wenige ein enormer Schaden für die Gesellschaft gegenüber. Die Analyse der sozioökonomischen Auswirkungen von Gentech-Pflanzen lässt daher nur einen Schluss zu: Ein Moratorium ist das Gebot der Stunde", so Vierbauch.

Bericht vorgelegt

Der Rat der EU-Umweltminister hat die EU-Kommission bereits 2008 aufgefordert, relevante Informationen über die sozioökonomischen Auswirkungen des GVO-Anbaus in der gesamten Lebensmittelkette zu sammeln und auszutauschen. Der heute von EU-Kommissar Dalli in Brüssel vorgelegte Bericht an die Mitgliedstaaten und das Europaparlament soll als Grundlage für eine weiterführende Diskussion dienen. Der Bericht beruht einerseits auf Rückmeldungen der Mitgliedstaaten, andererseits auf Analysen der EU-Kommission. Österreich hat unter vielen anderen Aspekten auch den hohen Anteil biologisch bewirtschafteter, d. h. per Gesetz verpflichtend gentechnikfrei bewirtschafteter Flächen von knapp 20 Prozent ins Treffen geführt.

Aus Erfahrungen lernen

"Der Blick nach Amerika führt uns dramatisch vor, welche Auswirkungen der Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft hat:
Die versprochenen Segnungen - wie deutlich höhere Erträge - bleiben aus, dafür wird die Abhängigkeit der Landwirtschaft von internationalen Großkonzernen und deren Patentanwälten größer. Eine nicht nachhaltige Intensivierung der Landwirtschaft wird vorangetrieben und die gesamte Landwirtschaft und Lebensmittelkette zunehmend gentechnisch kontaminiert. Für die Gesellschaft bedeutet dies in letzter Konsequenz eine Gefährdung ihrer Lebensgrundlagen und der Ernährungssouveränität", analysiert Rudi Vierbauch. "Wenn Kommissar Dalli ins Treffen führt, dass diese Erkenntnisse nicht auf Erfahrungen in der EU beruhen, dann klingt das fast so, als empfehle er diese Erfahrungen zuerst einmal auch in Europa zu machen, bevor Lehren daraus gezogen werden können. BIO AUSTRIA setzt sich klar gegen diesen Weg und für ein Anbauverbot gentechnisch veränderter Pflanzen ein. Der Vorschlag, die Entscheidung darüber in Zukunft den Mitgliedstaaten der EU zu überlassen, ist ein wichtiger erster Schritt in diese Richtung und eine Bestätigung für den breiten Schulterschluss gegen den Anbau von Gentech-Pflanzen in Österreich", so Vierbauch abschließend.

Der "Bericht der Kommission an das Europäische Parlament und an den Rat über die sozioökonomischen Auswirkungen des Anbaus von GVO auf der Grundlage der Beiträge der Mitgliedstaaten gemäß den Schlussfolgerungen des Rates "Umwelt" vom Dezember 2008" ist verfügbar unter: http://www.ots.at/redirect/bioaustria1

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Tel: 0676/842 214 214, E-Mail: eva.straka@bio-austria.at

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