OTS0232 5 II 0462 FMB0006 Mo, 07.Mär 2011
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Lunacek: "Europäischer Equal Pay Day beweist Geschlechter-Ungleichheit auf hohem Niveau"

Grüne: Frauentag zum Start für europaweite Initiative gegen Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern nützen

Straßburg (OTS) - "Von der gleichen Entlohnung bis zur Präsenz von Frauen in den Chefetagen in Unternehmen und Politik gibt es in der EU noch viel zu verbessern", erklärt Ulrike Lunacek, Europasprecherin der Grünen, anlässlich des morgigen Frauentags und kritisiert, dass "auch hundert Jahre nach der Einführung des Frauentags die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern zum Status quo unserer Gesellschaft gehört".

Ein deutlicher Beweis für diese Ungleichheit ist der Europäische "Equal Pay Day" in der vergangenen Woche am 5. März. Von der EU-Kommission viel zu spät angekündigt, markierte dieser Tag den Entgeltunterschied zwischen den Geschlechtern in der Europäischen Union, also den Zeitraum, den Frauen über den Jahreswechsel hinaus arbeiten müssen, um auf das durchschnittliche Vorjahresgehalt von Männern zu kommen.

Lunacek dazu: "Der Europäische Equal Pay Day zeigt den enormen Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern. Für die Europäische Kommission war dieser Tag nur eine Pressemitteilung wert. Seit Jahren weigert sie sich, rechtliche Schritte zur Begrenzung der Lohnungleichheit einzubringen. Deswegen werden wir aktiv: Zum Frauentag am 8. März starten mehrere junge weibliche Abgeordnete aller proeuropäischen Fraktionen die "Equal Pay NOW" Initiative. Dabei geht es darum, die neuen Initiativrechte des Parlaments nach dem Lissabon Vertrag dafür zu nutzen, die Kommission zum Handeln zu zwingen. Danach muss sie wenigstens öffentlich begründen, warum sie außer Pressemitteilungen nichts macht, um die Lohnunterschiede zu begrenzen."

Neben den Lohnunterschieden kritisiert Lunacek auch die nach wie vor bestehende "gläserne Decke", die Frauen auf ihrem Karriereweg stoppt:
"Warum sind Frauenquoten nach wie vor umstritten, während eine unsichtbare Männerquote Macht und Geld in diesem Land wie auch in Europa und überall sonst ungerecht verteilt? Nur mit transparenten Quoten haben Frauen trotz oft besserer Qualifikation überhaupt die Chance, die "gläserne Decke" der Männernetzwerke zu durchstoßen." Vereinzelt schaffen es Frauen auch ohne eine Quote. Aber um eine kritische Masse in den Chefetagen aller Politik-, Wirtschafts- und Gesellschaftsfelder zu werden, müssen die Frauen - eine alte Regel -mindestens ein Drittel sein."

Die Europaabgeordnete, die zehn Jahre im österreichischen Parlament ihr Mandat ausgeübt hat, bemängelt, dass Frauenquoten nicht einmal im Nationalrat eine Selbstverständlichkeit sind: "Immer noch wehren sich ÖVP und SPÖ, die Parteienförderung entsprechend der Anzahl von Frauen und Männern auf Nationalratsmandaten auszubezahlen - also umso weniger Förderung je mehr Männer Mandate innehaben. Die österreichischen Grünen sind die einzige Partei mit Quoten -entsprechend haben wir auch jetzt im Nationalrat 50:50, noch dazu mit einer Frau an der Spitze. Und auch Europaparlament sind wir Grünen die einzigen, die mehr als 50 Prozent weibliche Abgeordnete haben -und auch hier sind wir die einzigen mit einer Frau an der Spitze, nämlich Rebecca Harms als Ko-Fraktionschefin".

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