OTS0166 5 WI 0351 NPI0001 II Di, 13.Apr 2010
Wirtschaft / IV / Beyrer / Arbeitsmarkt / Arbeitszeit / Gewerkschaft

Industrie: Arbeitszeit-Flexibilisierung sichert Arbeitsplätze

IV-GS Beyrer: Bedauern über Vorgehen der Gewerkschaft: Zusagen werden nicht eingehalten - Wiederaufnahme von Verhandlungen möglich - Arbeitszeitverkürzung ist Irrweg

Wien (OTS/PdI) - Als "bedauerlich, standortpolitisch schädlich und damit eine massive Gefährdung von Arbeitsplätzen" bezeichnete der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) das Vorgehen der Arbeitnehmervertreter im Rahmen der Gespräche zur Flexibilisierung der Arbeitszeit. "Die Arbeitgeberseite hat ihren Teil der Abmachung im Rahmen der KV-Verhandlungen erfüllt", so Beyrer mit Verweis etwa auf die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns oder der Überstundenzuschläge für Teilzeitbeschäftigte. Der Stil, seitens der Arbeitnehmervertreter Lösungen ständig mit neuen Forderungen wie zuletzt einer Arbeitszeitverkürzung zu junktimieren, könne nicht zum Erfolg führen. "Das Gedächtnis der Gewerkschaft scheint immer kürzer zu werden und die Einhaltung von Vereinbartem in den Hintergrund zu rücken", sagte der IV-Generalsekretär.

Beyrer betonte, das Anliegen der Arbeitgeber, mit erhöhter Arbeitszeitflexibilisierung zur Standortsicherung in Österreich beizutragen, "ist unverändert groß". Der IV-Generalsekretär verwies auf eine aktuelle Umfrage - Antworten von mehr als 40 Unternehmen mit mehr als 35.000 Beschäftigten - die im Wesentlichen bestätigt habe, "dass vor allem die Verlängerung der Durchrechnungszeiträume zu einer Verbesserung der Konkurrenzfähigkeit und Arbeitsplatzsicherheit der Stamm-Mitarbeiter führen würde. Die Minusstunden bei Unterauslastung würden den Druck zu Beschäftigtenabbau reduzieren. Mit den bisherigen kollektivvertraglichen Flexibilisierungsmaßnahmen für Arbeiter finden nur 21 Prozent der Betriebe das Auslangen. Durch die Blockadehaltung der Gewerkschaften sei die vereinbarte zeitliche Frist für eine Einigung mit Ende März 2010 ergebnislos verstrichen. "Eine Wiederaufnahme von Verhandlungen ist dann wieder jederzeit möglich, wenn die beschäftigungspolitisch nicht verantwortbare Arbeitszeitverkürzung und weitere standortpolitisch kontraproduktive Gegenforderungen beiseite gelassen werden".

Ein "Irrweg" sei jedenfalls die Forderung nach Arbeitszeitverkürzung, die von der Gewerkschaft neuerdings mit weiteren Flexibilisierungsschritten junktimiert werde. "Der Ruf nach Arbeitszeitverkürzung beruht auf der naiven Annahme, dass damit Arbeit einfach auf mehr Arbeitskräfte verteilt wird. Das mag in einzelnen Unternehmenseinheiten freilich spezifisch funktionieren und wird dort von uns auch mitgetragen, flächendeckend ist aber das genaue Gegenteil der Fall", sagte der IV-Generalsekretär. Man wisse aus einer Reihe von Studien "sowie dem abschreckenden Beispiel Frankreich", dass eine Arbeitszeitverkürzung kein wirksamer Beitrag zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit sei, sondern im Gegenteil Jobs vernichte.

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