OTS0158 5 AI 0346 MAA0002 Fr, 31.Jul 2009
Außenpolitik / Außenministerium / Anne Frank / Ehrenzeichen / Tagebuch

Österreichische Auszeichnung für Anne Frank-Helferin Miep Gies

Den Haag (OTS) - Der österreichische Botschafter in den Niederlanden, Dr. Wolfgang Paul, überreichte gestern Vormittag der Niederländerin Miep Gies (100) eine hohe österreichische Auszeichnung.

Die 1909 als Hermine Santrouschitz in Wien geborene Miep Gies, die in aller Welt bekannte Helferin der acht im "Hinterhaus" an der Prinsengracht in Amsterdam (Juli1942 - August 1944) Untergetauchten und diejenige, die das Tagebuch der Anne Frank für die Nachwelt hinüberrettete, erhielt das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.

Frau Gies gehörte zu einer kleinen Gruppe von Widerstandsleuten, die unter Gefahr des eigenen Lebens die Familie Frank und andere Bewohner des Hinterhauses täglich mit Lebensmitteln und Sonstigem versorgte. Es entwickelte sich eine besondere Beziehung zwischen Miep (damals Anfang dreißig) und Anne Frank, für die Miep mehr als zwei Jahre lang eine der wichtigsten Verbindungen zur Außenwelt darstellte. Frau Gies ist die einzige noch lebende Helferin, die Anne Frank persönlich gekannt hat.

Als die Gestapo die acht Hinterhausbewohner entdeckt hatte und sie aus ihrem Versteck herausholte, wusste Miep Gies zusammen mit ihrer Kollegin Bep Voskuil das Tagebuch samt vielen losen Notizblättern in Sicherheit zu bringen. Miep verwahrte das Manuskript danach in ihrer Schreibtischlade. Erst als feststand, dass Anne nie mehr zurückkehren würde, hat Miep Gies es ungelesen Anne‘s Vater, Otto Frank, der als einziges Familienmitglied die Konzentrationslager überlebt hatte, übergeben. Die Tagebücher der Anne Frank sind heute in das "UNESCO Memory of the World Register" aufgenommen worden.

Ab den sechziger Jahren fing Frau Gies an, über die Geschehnisse im Hinterhaus zu sprechen, vorzugsweise in Schulen im In- und Ausland, aber auch in Reportagen und Interviews in den Medien. 1987 erschienen ihre Erinnerungen in Buchform. Dass viele Hunderte von Millionen Menschen mit der Geschichte der Anne Frank vertraut wurden, ist zu einem Großteil ihr Verdienst.

Da der momentane Gesundheitszustand es Frau Gies nicht erlaubte, nach Den Haag zu reisen, fand die kurze Überreichungsfeierlichkeit bei ihr zu Hause statt.

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