OTS0306 5 II 0207 PKU0001 AI Do, 27.Nov 2008
Pressestimmen / ÖVP / Pröll / Volkspartei / Kindergartenjahr

"KURIER"-Kommentar von Andreas Schwarz: "Die Suche nach der Lust"

Die ÖVP braucht keine Programmdebatte, sondern Ent- und Geschlossenheit.

Wien (OTS) - Geschlossenheit sieht anders aus. Zwar wird die ÖVP heute ihren Generationenwechsel mit der Wahl des neuen Obmanns vollziehen, und Kritik wird es nur verhalten geben. Aber Rufe nach einer Rückbesinnung auf alte Grundsätze bis hin zur Neugründung schallen längst wieder durch die Volkspartei.
Das ist nicht ungewöhnlich für eine Partei, die einmal 50 Prozent der Wähler ansprach, heute gerade noch 25.
Das ist auch nicht neu in einer Partei, die so viele Interessen und Interessensvertretungen unter einem Dach vereint (oder eben nicht immer vereint).
Und die Frage, ob man sich angesichts des schwindenden Zuspruchs auf seine Kernwähler besinnt oder sich neuen Wählern öffnet, bewegt alle ehemaligen großen Volksparteien - der SPÖ geht es da nicht anders.
Die Fehler der ÖVP lagen im wenig entschlossenen, weil umstrittenen neuen Kurs (Stichwort Perspektivenpapier), in ihrer Unbeweglichkeit und im Verkauf. Bornierte Sparparolen in Zeiten von Existenzängsten, gute Ideen zu spät (z.B. Kindergartenjahr) machten nicht jene "Lust", die sich die Partei beim Wähler wünscht.
Das zu ändern wird Josef Prölls Hauptaufgabe. Und wäre dringender als eine neue Programmdiskussion.

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