OTS0040 5 WI 0481 CDR0002 Di, 21.Okt 2008
Wirtschaft / Finanzen / Konjunktur / Insolvenzen / Konsumenten / Soziales

Creditreform Privatinsolvenzstatistik 1.-3. Quartal 2008: Jeden Tag 38 Insolvenzen, dennoch kein Grund zur Panik

Steigende Privatinsolvenzen bedeuten ein funktionierendes System der Entschuldung und des Neustarts

Wien (OTS) - Die endgültigen Zahlen der Insolvenzstatistik von Creditreform für das 1. bis 3. Quartal 2008 zeigen ein weiteres Ansteigen der Privatinsolvenzen: 7.206 neue Personen wurden insolvent - das entspricht einem Plus von 11,2% gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. In 88% oder 6.387 Fällen wurde ein Schuldenregulierungsverfahren eröffnet. Hauptursache für den seit mehreren Jahren starken Anstieg ist primär der seit kurzem zu beobachtende Abbau des Rückstandes an insolventen Privatpersonen. Dieser Abbau ist auf die personelle und finanzielle Aufstockung der staatlich anerkannten Schuldnerberatungen zurückzuführen.
Zu den Insolvenzursachen zählen neben der Selbständigkeit - jeder dritte gescheiterte Selbständige geht auch privat in Konkurs - vor allem das Selbstverschulden durch fehlende private Finanzdisziplin. Panikmache mit einer angeblichen Verschlechterung der Armutssituation in Österreich ist nicht angebracht. Rainer Kubicki, Geschäftsführer von Creditreform fordert daher: "Konsumenten müssen durch Information und Aufklärung dazu fit gemacht werden, dass sie für die Beurteilung und Abwicklung ihres persönlichen Konsumverhaltens selbst verantwortlich sind. Auch im Straßenverkehr wird man in der Fahrschule ausgebildet - andernfalls ist man für sich und andere eine Gefahr. Man darf nicht den Gläubigern und der kreditgebenden Wirtschaft die alleinige Verantwortung für die Verschuldung in die Schuhe schieben." Wie man an der aktuellen Wirtschaftslage beobachten kann, ist der permanente Geldfluss und -austausch durch gegenseitiges Kreditgeben so lebensnotwendig für eine funktionierende Marktwirtschaft wie der Blutkreislauf für den Menschen. Ohne Kredit gibt es keinen Konsum.

Privatinsolvenzen: Das Bundesländerranking

Der Bundesländervergleich zeigt, dass Wien (+28,7%, 2.657 Fälle) und Kärnten (+18,5%, 558 Fälle) die negativen Spitzenreiter waren. Ebenfalls starke Zuwächse an Privatkonkursen wurden aus der Steiermark (+16,0%, 616 Fälle) und Vorarlberg (+15,1%, 511 Fälle) gemeldet. Positiv fielen Tirol (-13,0%, 657 Fälle) und Oberösterreich (-4,4%, 962 Fälle) aus der Reihe.
Die Creditreform-Insolvenzquote (durchschnittliche Insolvenzen je 10.000 erwachsene Einwohner) ergab bei den Privaten folgendes Bild:
Wien (19,5) und Vorarlberg (17,9 Privatinsolvenzen pro 10.000 Er-wachsene) bildeten auch bei der Insolvenzbetroffenheit im Privatkonkursbereich das Spitzenduo. Unter dem Österreichdurchschnitt von 10,7 Insolvenzen je 10.000 Erwachsene lagen Niederösterreich (5,6), die Steiermark (6,2) und das Burgenland (6,7 Insolvenzen pro 10.000 Erwachsene).

Mangels Masse abgewiesene Konkursanträge sanken weiter

Positiv ragte aus dieser Bilanz der Rückgang an mangels Masse abge-wiesenen Privatkonkursanträgen um 18,8% (819 Fälle) heraus. Diese Zahl weist darauf hin, dass die Anzahl von Personen, die sich zumindest ihre Zahlungsunfähigkeit rechtzeitig eingestanden und die Möglichkeit des Privatinsolvenzverfahrens zur Entschuldung in Anspruch nahmen, zugenommen hat. Und das ist durchaus positiv zu sehen: Je früher man nämlich die Ver- und Überschuldung selbst erkennt und sich eingesteht, desto besser gelingen die Entschuldung und der Neustart in ein finanziell geregeltes Leben.

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