OTS0225 5 II 0468 NLA0001 Di, 11.Mär 2008
Verteidigung / Bundesheer / Darabos / Geschichte / Wien

Darabos: Bundesheer und Österreich haben aus der Geschichte die richtigen Lehren gezogen

Gedenkveranstaltung an "Anschluss" und an militärische Widerstandskämpfer Biedermann, Huth, Raschke

Wien (BMLV) - Bei seiner Rede zur heutigen Gedenkveranstaltung an das "Schicksalsjahr" 1938 und seine Folgen am Flordisdorfer Spitz in Wien, erinnerte Verteidigungsminister Norbert Darabos an die Rolle des Bundesheeres am 12. März 1938 und an späteren, militärischen Widerstand gegen die Nazi-Diktatur. "Wir müssen uns heute, 70 Jahre nach dem so genannten Anschluss, eingestehen, dass das Bundesheer rund um den Einmarsch deutscher Truppen eine zwiespältige Rolle gespielt hat", erinnerte Darabos an die seinerzeitige Entscheidung der Staats- und Heeresspitze, Österreich nicht zu verteidigen, bezeichnete es aber auch als "vermessen, heute darüber urteilen zu wollen, ob ein entschlosseneres Vorgehen unsere Heimat vor Terrorherrschaft, Krieg und Zerstörung bewahrt hätte. Tatsache ist aber, dass die damalige Staats- und Heeresführung ihrer Aufgabe, das Militär zur Landesverteidigung einzusetzen, nicht nachgekommen ist."

Entscheidend sei, so Darabos weiter, dass aus den Unzulänglichkeiten des Jahres 1938 und der Zeit davor nach 1945 bis in die Gegenwart die richtigen Lehren gezogen worden seien. So sei es heute unumstritten, dass die erste Pflicht des Bundesheeres sei, die Heimat zu schützen und die Menschen im Land zu verteidigen. "Die Erfüllung dieser Aufgabe stelle ich als Verteidigungsminister in den Vordergrund meiner Arbeit und danke allen Soldatinnen und Soldaten, die ihr Leben in den Dienst der Republik Österreich gestellt haben und somit einen großen Beitrag für Sicherheit, Frieden und Wohlstand in unserem Land leisten", so Darabos in seiner Ansprache bei der Gedenkveranstaltungen.

Der Verteidigungsminister erinnerte in seiner Rede auch daran, dass es militärischen Widerstand gegen das Hitlerregime gegeben hat. Insbesondere führte er die Beteiligung österreichischer Offiziere am Attentat auf Adolf Hitler im Juli 1944 und die Beteiligung aus Österreich stammender Soldaten an den Kämpfen gegen Nazideutschland auf Seiten der alliierten Armeen an. Explizit ging Darabos auf die mutige Tat der drei widerständigen Wehrmachtsoffiziere Major Karl Biedermann, Hauptmann Alfred Huth und Oberleutnant Rudolf Raschke, die in den letzten Kriegstagen versuchten, die Stadt Wien kampflos an die heranstürmende Rote Armee zu übergeben, um dadurch tausende Menschenleben zu retten. Ihr Plan, die "Operation Radetzky", wurde aufgedeckt und die Offiziere am Floridsdorfer Spitz in Wien öffentlich hingerichtet. Nicht unerwähnt ließ Darabos das hinterfragenswerte Wirken der drei Offiziere im Bundesheer der Ersten Republik und in den ersten Jahren der Deutschen Wehrmacht, betonte aber: "Letztlich haben diese drei Offiziere jedoch die Aussichtslosigkeit und Wahnsinnigkeit dieses bestialischen Krieges erkannt und sich dazu entschlossen, ihren Treueschwur zu Gunsten der Moral, der Gerechtigkeit und des Anstands zu brechen. Ihrem entschlossenen Vorgehen wollen wir gedenken." Im Anschluss an seine Ansprache enthüllte Verteidigungsminister Darabos mit Wiens Bürgermeister Michael Häupl eine Gedenktafel an die drei Offiziere.

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