OTS0210 5 CI 0329 NAW0002 II Do, 29.Nov 2007
Gesundheit / Krankenkassen / Ärztekammer / Wien

Krankenkassen: Ärztekammer befürchtet Qualitätseinbußen und Rationierungen

Politik der letzten Jahre schuld an Krankenkassenmisere - Dorner: "Sparkurs geht voll zulasten der Patienten"

Wien (OTS) - In der Wiener Ärztekammer ist die Empörung groß, dass nun Vizekanzler Wilhelm Molterer der Wiener Gebietskrankenkasse "von oben herab" ein rigoroses Sparpaket von 132 Millionen Euro jährlich verordnet hat. Jedem "in der Medizin und im Gesundheitswesen nur einigermaßen Informierten" müsse klar sein, dass solche Forderungen nur mit Rationierungen und Qualitätseinbußen zu erreichen seien und daher zulasten der Patienten gingen, betont Ärztekammerpräsident Walter Dorner. ****

Gerade die Regierungen der letzten Legislaturperioden hätten massiv dazu beigetragen, dass sämtliche Gebietkrankenkassen, aber vor allem die Wiener Gebietskrankenkasse, in ernste finanzielle Probleme geschlittert sind. Man habe den Krankenkassen stets jenes Geld abgezogen beziehungsweise verweigert, das notwendig gewesen wäre, um eine moderne Medizin nach State of the Art zu etablieren. Ratschläge von außen dienten nur dazu, den Rechenstift im Gesundheitswesen anzusetzen und dieses herunterzufahren, so Dorner.

Ähnlich argumentiert auch der Obmann der Kurie niedergelassene Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien, Johannes Steinhart, der die Aussagen Molterers wörtlich als "unqualifizierte und entbehrliche" Ratschläge bezeichnete. Die Politik solle dafür sorgen, dass den Kassen jenes Geld gegeben werde, das sie benötigten, und die Patientenversorgung "tunlichst aus dem parteipolitischen Hickhack heraushalten". Die Patienten verdienten sich eine Gesundheitspolitik, die frei von Rationierungen und Deckelungen sei.

Auch erteilt Steinhart der Vorstellung, einen Konsolidierungskurs ohne Leistungsschmälerung für die Patienten zu fahren, eine klare Absage. Natürlich könne man, so der Vizepräsident, Geld sparen, indem man Honorare wahllos kürze, Deckelungen für Leistungen einführe, et cetera. "Dann aber geht es erst recht wieder zulasten der medizinischen Betreuung und der Patienten, denn wenn eine Leistung nicht mehr ausreichend bezahlt wird, ist kein Kollege mehr in der Lage, diese im notwendigen Ausmaß und in der entsprechenden Qualität auch anzubieten." Letztlich treibe Molterer die Gesundheitspolitik damit "in den Ruin", sagt Steinhart. (hpp)

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