OTS0244 5 CI 0437 VPF0001 WI Mi, 28.Nov 2007
Umwelt / Tiere / Handel / Nahrungsmittel / Unternehmen / Konsumenten

VIER PFOTEN unterstreicht Forderung nach Importstopp mit riesiger Stopfente

Wien (OTS) - Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten hat mit einer spektakulären Aktion vor dem Gesundheitsministerium ihrem Appell nach einem lückenlosen Importverbot für Stopfleberprodukte Nachdruck verliehen. An einer zehn Meter großen, aufblasbaren Riesenente wurde der brutale Stopfvorgang illustriert. Jährlich werden knapp eine halbe Million Enten und Gänse aus Stopfproduktion nach Österreich importiert.

Stopfmast ist hierzulande verboten. Was viele Verbraucher nicht wissen ist, dass auch das Fleisch der zur Stopfleberproduktion gemästeten Tiere verkauft wird - und zwar auch in Österreich. Die inländische Produktion kann nämlich nur etwa 20% der Nachfrage decken und muss massiv auf Importe zurückgreifen. So wird auch das minderwertige, verfettete Fleisch von Enten und Gänsen aus Stopfproduktion an Supermärkte, Restaurants, und Wochenmärkte in Österreich geliefert.

Erste Erfolge kann die derzeit laufende VIER PFOTEN Kampagne gegen Enten- und Gänsefleisch aus Stopfmast bereits verbuchen. Einige Handelsketten haben sofort reagiert und werden künftig nicht nur keine Stopfleber sondern auch keine Fleischprodukte aus Stopfproduktion mehr führen. Dennoch kann der Konsument nur sehr schwer herausfinden, ob das gekaufte Enten- oder Gänsefleisch ein Abfallprodukt aus der tierquälerischen Stopfmast ist oder aus konventioneller Mast stammt. Deshalb fordert VIER PFOTEN von Bundesministerin Kdolsky ein Import- bzw. Verkaufsverbot für Stopfmastprodukte, deren Herstellung in Österreich (und 13 anderen EU-Ländern) aus Tierschutzgründen längst verboten ist.

Die aktuelle Obduktion einer ungarischen Stopfente an der Veterinärmedizinischen Universität Wien ergab, dass das Tier neben der fast gänzlich abgestorbenen, krankhaft verfetteten Riesen-Leber eine hochgradig eitrige Bronchitis hatte. "Dass derartig kranke Tiere in den Verkauf kommen und letztlich auf dem Teller landen, ist ein Skandal", so Iring Süss, Kampagnenleiter von VIER PFOTEN.

Die Forderung von VIER PFOTEN nach einem Verkaufsverbot für Stopfmastprodukte haben bereits 5000 Personen in Form eines Online-Appells an Bundesministerin Dr. Kdolsky unterzeichnet. Auch aus einer bundesweit repräsentativen GallUp-Umfrage ist eine deutliche Tendenz in der Bevölkerung erkennbar: 87% der Befragten halten ein Importverbot für notwendig. "Österreichs Tierschutzorganisationen, Handelsketten und auch Konsumenten sind sich hier einig! Alles wartet auf die Tierschutzministerin. Um einer allfälligen Ausrede wegen "freiem Warenverkehr in der EU" vorzubeugen, haben wir ein Rechtsgutachten erstellen lassen, dass eindeutig die Möglichkeit dokumentiert, Fleisch aus Stopfmast auch im Import zu unterbinden."

Mit der Aktion vor dem Ministerium beginnt die internationale "STOPftour" der großen Ente: Die VIER-PFOTEN-Tour führt am 30.November nach Graz, am 3.Dezember nach Salzburg und am 4.Dezember nach Innsbruck - danach folgen weitere europäische Länder. Weitere Details sowie der Online-Appell an Ministerin Kdolsky finden sich auf www.vier-pfoten.at

Rückfragen & Kontakt:

Iring Süss, Programmleitung VIER PFOTEN Österreich
Tel. 0664-1221 367,
iring.suess@vier-pfoten.org

Marco Flammang, Pressesprecher VIER PFOTEN Österreich
Tel. 0664-3086 303, marco.flammang@vier-pfoten.org

VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz
Johnstraße 4-6
A-1150 Wien

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