OTS0059 5 II 0371 SPK0001 AI Fr, 23.Nov 2007
SPÖ / Bayr / Entwicklungspolitik / Terrorismusbekämpfung / Diskussion

Bayr: Entwicklungspolitik ist besseres Terrorismusbekämpfungsmittel als Bürgerrechtseinschränkung

Entwicklungspolitik hilft, Terrorismus den Nährboden zu entziehen

Wien (SK) - Eine differenzierte Einschätzung der Wirksamkeit von Entwicklungspolitik bei der Terrorismusbekämpfung gab Donnerstagabend die entwicklungspolitische Sprecherin der SPÖ, Petra Bayr, ab. So könne "Entwicklungspolitik allein zwar nicht helfen, aber sie ist allemal das bessere und probatere Mittel im Kampf gegen Terrorismus als die Einschränkung von Bürger- und Menschenrechten". Und eine kohärente Entwicklungshilfe könne etwa durch die Schaffung staatlicher und demokratischer Strukturen dazu beitragen, "dem Terrorismus den Nährboden zu entziehen", so Bayr bei der Diskussion zum Thema "Terrorismusbekämpfung: Sind Sozialpolitik und Entwicklungshilfe die besseren Waffen?". ****

Das Phänomen Terrorismus sei letztlich auch eine Frage, die auf das polare Spannungsverhältnis zwischen "Ressourcenstärke und Ressourcenarmut" rekurriere, erläuterte Bayr. So sei etwa statistisch belegt, dass es in Ländern, in denen Erdöl gefunden wird, häufiger zu Bürgerkriegen und Gewalthandlungen kommt. Hier könne und müsse Entwicklungshilfe ansetzen, die immer auch eine fairere Entwicklung und gerechtere Verteilung zur Zielsetzung habe. Die entwicklungspolitische Sprecherin der SPÖ regte ferner an, dass man "die Welthandelsorganisation dabei unterstützen muss, nicht nur auf dem wirtschaftlichen, sondern auch auf dem sozialen Auge gut zu sehen". Denn es sei evident, dass "eine größere Balance und Ausgewogenheit dazu beiträgt, Terrorismus und auch Kriminalität zu reduzieren".

In der über weite Strecken von Begriffsbestimmungsversuchen des Terminus Terrorismus beherrschten Diskussion führte Bayr zudem aus, dass es "dem Individuum in pluralistischen Gesellschaften leichter fällt, sich dem kollektiven Strudel zu entziehen" als in nicht-pluralistisch verfassten Strukturen, die noch dazu zum Beispiel aufgrund spezifischer kultureller Ausprägungen marginalisiert werden. Auch hier müsse Entwicklungspolitik handeln, indem sie dem Einzelnen Perspektiven abseits des Aufgehens im Kollektiv vermittelt, so Bayr, die abschließend die Bedeutung interkultureller und interreligiöser Dialoge unterstrich.

An der von der Internationalen Arbeitsgruppe im BSA organisierten Diskussion nahmen unter der Moderation von Sonja Schneeweis (Europasprecherin des Bundes Sozialdemokratischer AkademikerInnen) weiters teil: Thomas Kolnberger (Historiker an der Universität Wien), Thomas Schmidinger (Obmann des Vereins WADI) sowie Nico Prucha (Terrorismusforscher). (Schluss) mb

Service: Grundlegende Informationen zum Thema Terrorismus finden sich z.B. in dem von Thomas Kolnberger und Clemens Six herausgegebenen Buch "Fundamentalismus und Terrorismus - Zur Geschichte und Gegenwart radikalisierter Religion". Essen, 2007. Ca. 14 Euro.

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275,
Löwelstraße 18, 1014 Wien, http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

***OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT***

OTS0059 2007-11-23/09:31