OTS0058 5 CI 0277 NEF0016 Fr, 23.Nov 2007
Jugend / Arbeitsmarkt / Bildung / Politik / Forschung / Veranstaltung

Brave Jugend in einer bösen Welt?

Internationales Symposium zu Wertorientierungen junger Menschen.

Wien (OTS) - 130 TeilnehmerInnen folgten der Einladung des Österreichischen Instituts für Jugendforschung (ÖIJ) zum 4. internationalen Symposium am 23.11.2007 in Wien.

Die Gesellschaft befindet sich in einem widersprüchlichen Umbruch, der neue Chancen herausgefordert, aber auch bedrohliche Risiken produziert. In den großen Trends werden neue Ressourcen, aber auch Gefahren, Brüche und Widdersprüche sichtbar: "Es steigen die Solidaritätswerte, aber ebenso die Neigung zu Autoritarismus und Fremdenfeindlichkeit; meint etwa Regina Polak (Universität Wien). Familie und Freundschaften erfahren aus der Sicht der Mitautorin der Jugend-Wertestudie unverändert hohe Wertschätzung, sind aber im Kontext eines gesellschaftlich verstärkten Leistungsethos nicht immer einfach zu leben; das Vertrauen in die Politik ist bedrohlich niedrig.

Richard Münchmeier (Freie Universität Berlin) weist darauf hin, dass in der neueren Wertedebatte eher von einer Wertediffusion ausgegangen wird, die nicht nur bei der jungen Generation zu einer gewissen Orientierungslosigkeit und einer Neigung zu einer eher pragmatischen Verhaltenssteuerung führt. "Jugend erscheint eher als eine Risikogruppe, die droht, in der allgemeinen Orientierungslosigkeit ebenfalls an Orientierungslosigkeit zu leiden" so Münchmeier.

"Bezüglich Geschlechtergerechtigkeit lässt sich zwar ein erheblicher sozialer Wandel in den Lebensentwürfen und Rollenbildern von jungen Frauen und Männern feststellen, der in Richtung von mehr Geschlechtergleichheit und Geschlechtergerechtigkeit verweist" meint Martina Gille (DJI, München). "Die Realisierung solcher modernen Lebenskonzepte scheitert aber bisher noch überwiegend an vielfältigen unzureichenden Bedingungen, Familie und Beruf im Alltag in einer Weise zu vereinbaren, die es jungen Frauen und Männern ermöglicht, ihre modernen Lebensvorstellungen auch Realität werden zu lassen".

Rückfragen & Kontakt:

Österreichisches Institut für Jugendforschung
Dr. Reinhard Zuba
Tel.: +431 214 78 81/17
mailto: rz@oeij.at
http://www.oeij.at

***OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT***

OTS0058 2007-11-23/09:30