OTS0111 5 II 0440 NSK0002 Mo, 08.Okt 2007
SPÖ / BSA / Schule

BSA-AHS-DirektorInnen für Schulreform

Unverständnis über die Ablehnung durch den Bildungsprecher der ÖVP und GÖD-Vorsitzenden Fritz Neugebauer zum Gesetzesentwurf

Wien (SK) - Eva Mersits, BSA-Vorsitzende der AHS-LehrerInnen und selbst Direktorin an einem Gymnasium, kritisiert die ablehnende und reformfeindliche Haltung der ÖVP-dominierten Gewerkschaft gegen die geplante gesetzliche Novelle. Mersits: "Viele LehrerInnen in der AHS wollen sehr wohl, dass sich etwas ändert. An vielen Gymnasien ist selbstverständlich jetzt schon die Heterogenität der SchülerInnen sehr groß, ja sogar zu groß, um allen im jetzigen System gerecht zu werden." ****

Mersits kann sich jedoch vorstellen, das geplante Gesetz im Bezug auf die Mitwirkung der Betroffenen zu erweitern. In den Modellregionen könnten betroffene Schulen und die betroffenen Eltern, das sind nämlich die der Volksschulkinder und nicht die Eltern der bereits in der AHS befindlichen Kinder, ein gesetzlich verankertes Mitwirkungsrecht eingeräumt werden: "Warum nicht? Die Modelle sollten so überzeugend sein, dass sie über die parteipolitischen Grenzen hinweg die Eltern und LehrerInnen für sich gewinnen."

Mersits, die sich selbst als engagiertes Gewerkschaftsmitglied bezeichnet, findet es unverständlich, dass ein Gesetz, das erste Reformschritte ermöglicht, von der Gewerkschaft derartig panikartig bekämpft wird. "Herr Neugebauer tut so, als würde durch dieses Gesetz die 'Neue Mittelschule' morgen mit einem Federstrich in ganz Österreich eingeführt. So läuft es nicht. Das wieder aufgeflammte Beharren auf den Schulversuchsparagraphen verunmöglicht einen Realitätstest der neuen Schulform in zusammenhängenden Gebieten. Warum darf es keine Modellregionen geben - sondern höchstens Einzelstandorte? Ist vielleicht die Angst deswegen so groß, weil man sich vor einem Erfolg fürchtet?", stellt Mersits fest.

Auch in der Leitungsebene der Schulen, bei den DirektorInnen, gibt es viel Zustimmung zu den notwendigen Reformen, weiß Mersits aus vielen persönlichen Gesprächen. Besonders stark treten die Wiener sozialdemokratischen DirektorInnen für eine Veränderung in Richtung "Neue Mittelschule", ein. Diese DirektorInen meinen, dass die Aufteilung der Kinder mit 9 1/2 Jahren auf zwei Schularten eine zu frühe Selektion darstellt. Alle Maßnahmen, die diese Selektion entschärfen, seien daher zu begrüßen. Die DirektorInnen unterstützen eine dementsprechende Modellentwicklung für Wien und werden sich für dessen Verwirklichung einsetzen.

Allerdings, so Mersits, betonen diese DirektorInnen auch, dass ausschließlich eine Schulform in Frage kommt, die für die Bildung aller SchülerInnen - ob mit viel oder wenig Begabungsreserven -Vorteile bringt. Mersits abschließend: "Die geplante Novelle enthält bereits die richtigen Rahmenbedingungen dafür. Es wird nun sehr stark darauf ankommen, dass dieser Rahmen gut mit pädagogischen und organisatorischen Inhalten gefüllt wird. Die DirektorInnen sind überzeugt, dass die LehrerInnen unter entsprechenden Bedingungen (Ressourcen, Fortbildung, Stützsysteme) diese gemeinsame Schule erfolgreich umsetzen können." (Schluss) wf/mm

Rückfragehinweise: Dr. Eva Mersits, BSA-AHS-Vorsitzende
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