OTS0091 5 CI 0543 NAT0001 Mo, 08.Okt 2007
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Aktuelles aus der Alpinmedizin: Kongress für Medizin im alpinen Breitensport vom 6.10.2007

Wien (OTS) - Unter dem Motto "Alpinmedizin aktuell" fand am 6.10.2007 über das Referat Alpinmedizin der Naturfreunde Österreich ein allgemein zugänglicher Kongress im Kulturzentrum Lenzing/OÖ statt. Experten aus den Bereichen Kinder- und Jugendheilkunde, Höhenmedizin und Herz- Kreislauferkrankungen informierten das bergsportinteressierte Publikum über die neuesten Entwicklungen in der Bergmedizin und standen für Fragen gerne zur Verfügung.

Dr. Holger Förster, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde, Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Alpin- und Höhenmedizin sowie Sportmedizin, wies in seinem Vortrag "Sind Kinder zum Bergsteigen geboren?" besonders auf die Problematik des Leistungssportes, speziell beim Klettern hin. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen und sollten daher nicht überfordert werden. Der Spiel- und Bewegungsdrang des Kindes sollte im Vordergrund stehen und nicht die Ziele und Wünsche der Erwachsenen.

Im Vortrag "Trekking - wie hoch ist das Risiko einer Höhenkrankheit" informierte Dr. Klaus Kritzinger, Arzt für Alpin-, Höhen- und Sportmedizin über die Gefahren beim Trekking. Bereits ab einer Höhe von 2.500 m ist die Möglichkeit an einer akuten Höhenkrankheit oder einem Höhenlungenödem zu erkranken gegeben und nimmt mit zunehmender Höhe stark zu. Unter Befolgung entsprechenden Akklimatisationstaktiken kann dabei das Risiko aber enorm reduziert werden.

Prim. Univ.-Doz. Dr. Hannes Auer, Facharzt für Herz-Kreislauferkrankungen, erläuterte in seinem Vortrag "Sind Herzerkrankungen oder hoher Blutdruck eine Gefahr beim Wandern oder Bergsteigen". Lediglich ein Drittel der ÖsterreicherInnen sind über ihre Blutdruckwerte informiert. Neueste Untersuchungen bestätigen, dass ab einem Blutdruck von 120/80 (Idealwert für jedes Lebensalter) die Gefahr eines Herzinfarktes oder Schlaganfalles, auf Grund von Veränderungen in den kleinen Gefäßen des Herzens und Gehirns, zunimmt. Wandern und Bergsteigen in Höhen bis 2500 m wirken dabei blutdrucksenkend.

Am Nachmittag fand unter der Leitung von Prof. Mag. Sepp Friedhuber, Alpinreferent der Naturfreunde Österreich, eine Podiumsdiskussion mit den Themen "Unfall am Berg, was tun?" und "Auslandsbergfahrt - worauf muss ich achten" statt. Dabei hatten alle Teilnehmer die Möglichkeit mit den Experten zu diskutieren und Fragen zu stellen.

Josef Reiter, staatl. geprüfter Ski- und Bergführer und Obmann der Bergrettung Gosau sowie Dipl.-Ing. Marcellus Schreilechner, staatl. geprüfter Ski- und Bergführer sowie Instruktorenausbildner wiesen dabei besonders auf die Problematik der genauen Ortsbeschreibung bei Unfällen durch die Betroffenen hin.

Die Unkenntnis des Gebietes sowie die schlechte Tourenvorbereitung führen dabei immer wieder zu Fehlangaben des Unfallortes bei einem Bergunfall.

DDr. Martin Haditsch, Facharzt für Tropen- und Reisemedizin informierte über die Gefahren von Krankheiten bei Auslandsreisen. Dabei führte er besonders die Gefahr der Malariaerkrankung an. Diese ist nun auch zunehmend durch die globale Erderwärmung in Höhen bis über 2000 m möglich. Eine entsprechende Fachinformation beim Arzt und eventuell notwendige Impfung sind dabei vor jeder Reise unbedingt angeraten.

Workshops über neueste Reanimationsrichtlinien durch das Rote Kreuz Seewalchen, eine Bergrettungsvorführung der Bergrettung Gosau und die Handhabung eines Überdrucksackes zur Therapie bei Höhenkrankheiten wurden von den Teilnehmern ebenfalls sehr rege besucht.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete Willi Bauer, Höhenbergsteiger, Expeditionsleiter und Mitglied der Alpinistengilde der Naturfreunde, mit dem Vortrag "Höhenbergsteigen vor 20 Jahren". Dabei zeigte er mit beeindruckenden Bildern die damals spärlich vorhandenen medizinischen Möglichkeiten bei 8000er Expeditionen im Himalaya.

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