OTS0288 5 CI 0713 MWF0001 II Mi, 20.Jun 2007
Wissenschaft / Hahn / Auszeichnung

Hahn verleiht staatliche Auszeichnungen an große Wissenschafterinnen und Wissenschafter

Wien (OTS) - Bundesminister Dr. Johannes Hahn überreicht heute im Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich sowie das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst an große Wissenschafterinnen und Wissenschafter und an besonders engagierte Persönlichkeiten im Dienste der Öffentlichkeit.

Das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich erhält Dr. Günther Bauer. Er ist Universitätsprofessor für Halbleiterphysik an der Universität Linz und zählt zu den herausragenden Persönlichkeiten in diesem Bereich. Er hat nicht nur eine außerordentlich hohe Anzahl von Publikationen vorzuweisen, sondern genießt auch internationale Reputation. In der wissenschaftlichen Arbeit der letzten Jahre stehen besonders Erfolge bei der gezielten Herstellung von Quantenprodukten im Vordergrund. Unter den Ausgezeichneten befindet sich auch der österreichische Experte für die Geschichte Südosteuropas und Ungarns im Besonderen, Univ.-Prof. Dr. Horst Haselsteiner, Universität Wien. Er war Gründungsdekan der Fakultät für Mitteleuropastudien an der deutschsprachigen Gyula Andrassy Universität in Budapest. Gastprofessuren führten ihn nach Ljubljana, Zagreb und Sarajevo. Seit der Wende bemüht sich Haselsteiner intensiv um wissenschaftliche Kontakte zu den Staaten Mittel- und Südosteuropas.
Die ebenfalls ausgezeichnete Andrea Janu, im Bereich Projektmanagement an der TU Wien tätig, begann ihre erfolgreiche berufliche Laufbahn als Mitarbeiterin von Prof. Dr. Peter Czernin. Janu war im Besonderen für die Betreuung der wissenschaftlichen Arbeiten und der Lehre im Institut für Hoch- und Tiefbau an der TU Wien verantwortlich. Weiters wirkte sie im Ludwig Boltzmann-Institut für Managementforschung. Bedeutung erlangte sie insbesondere bei der Erstellung des Curriculums im Zuge der Strukturierung der Sicherheitsakademie des Innenministeriums.

Der Doyen der Österreichischen Zivilrechtswissenschaft wird mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Forschung I. Klasse geehrt. Univ.-Prof. DDr. Franz Bydlinski lehrte erfolgreich an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien und war zum Vorstand des Instituts für Zivilrecht bestellt. Darüber hinaus war er Vortragender an den Universitäten in Göttingen, Würzburg, Bern, Triest, Istanbul, Rom und Moskau. Außerdem ist Bydlinski stets gefragter Rechtsgutachter.
Ebenso ausgezeichnet wird Harald Picker, der sich schon als Pflichtschullehrer schwierigen und auffälligen Kindern und Jugendlichen besonders zugewandt hat. Seit 1991 ist Picker anerkannter Psychotherapeut und Psychoanalytiker. 1972 gründete er eine "Tiefenpsychologisch-therapeutische Wohngemeinschaft für dissoziale Jugendliche" und 1975 das "Erste Sozialtherapeutische Institut der Stadt Wien - MA 11", das er auch leitete. Bedeutung erlangte Picker überdies durch seine Lehraufträge zum Thema "Psychoanalyse und Sozialpädagogik".

Einem Musiker mit Leib und Seele wird das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst überreicht. Seit rund 50 Jahren ist Karl Wilhelm Hagemayer passionierter Chorleiter in Wien, wobei er seine erfolgreiche Tätigkeit 1958 als Stiftskapellmeister begann. 1960 war er der jüngste Chorleiter der Wiener Karlskirche. In jenen Jahren wurden fast alle Klassikermessen aufgeführt. Er leitete aber nicht nur gemischte Chöre und Kirchenchöre, sondern etwa auch einen Behindertenchor. Nach wie vor steht er dem Tischlerchor und dem Chor der Wiener Fleischer vor und stellt damit seine Liebe zur Musik, sein Wissen und Können vielen Menschen zur Verfügung.

Mit Dank und Anerkennung gewürdigt wird heute Univ.-Prof. Dr. Fred Lembeck, der sich besonders im Bereich der Schmerzforschung international einen Namen gemacht hat. Bis 1992 war Lembeck Professor für Pharmakologie an der Universität Graz und leitete das Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie. Im Rahmen seiner wissenschaftlichen Arbeiten konnte Lembeck in den 50er Jahren mit der Bioassay-Methodik "Substanz P" in sensiblen Neuronen nachweisen, was ihn postulieren ließ, dass Substanz P ein Transmitter sensibler Neuronen sein könnte. Seine Hypothese wurde später eindrucksvoll bestätigt: Der erste Überträgerstoff von Schmerznerven wurde von Lembeck erkannt. Es gibt niemanden, der spannender über die Geschichte pharmakologischer Entdeckungen erzählen konnte als er. Die gleiche Würdigung erhält Dr. Hartmut Glossmann. Seine Laufbahn auf dem Gebiet der Medizin begann in Gießen. Später war er am National Institute in Bethesda, Maryland, erfolgreich. Dort hat er in den 70er Jahren wesentliche Beiträge zur Charakterisierung von Angiotensin-Rezeptoren, Alpha- und Beta-Adrenozeptoren geleistet. Ihm gelang es erstmals, durch elegant durchgeführte Bindungsstudien unter Verwendung radioaktiv markierter Calciumantagonisten zu zeigen, dass diese bereits in die Therapie eingeführten Pharmaka spezifische Rezeptoren an spannungsabhängigen Calciumkanälen des Skelettmuskels, des Herzens und an Nervenzellen besitzen. Seine Forschungen endeten schließlich in der Aufklärung der molekularen Ursachen des Smith-Lemli-Opitz Syndroms, einer autosomal-rezissiv vererbten Störung des Cholesterinstoffwechsels. Vorbild ist Glossmann nicht zuletzt mit seiner Einstellung, eine akademische Entwicklung seiner Mitarbeiter ganz bewusst zu fördern.

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