OTS0039 5 WI 0772 PWK0001 CI Fr, 25.Mai 2007
Industrie / WKÖ / Fahrzeugindustrie

100 Jahre österreichische Fahrzeugindustrie: 2006 erneut Zuwächse bei Produktion und Exporten

Allerdings fehlen industriepolitischer Vision und Rückenwind durch heimische Politik - Leistungen der Fahrzeugindustrie sichern Leistungen Mobilität und Wirtschaftsstandort

Wien (PWK) - "Die österreichische Automobilindustrie hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der führenden Industrien unseres Landes entwickelt. Auch 2006 konnten wir einen deutlichen Anstieg des Produktionswertes um + 4,2 % auf 12,5 Mrd. Euro verzeichnen. Wichtiger Impulsgeber für das Wachstum waren einmal mehr die Exporte, die um 9 % auf 11,2 Mrd. Euro ausgeweitet werden konnten. Die Zuwächse spiegeln sich auch in der Beschäftigtensituation wider. Aktuell arbeiten 35.300 Personen in der Fahrzeugindustrie. Das ist gegenüber 2005 ein Plus von 1,8 %", zieht Bruno Krainz, Obmann des Fachverbandes der Fahrzeugindustrie im Rahmen einer Pressekonferenz zum 100jährigen Jubiläum der Interessenvertretung der Branche zufrieden Bilanz. Seit dem Jahr 2000 ist die Automobilindustrie nominell um 78 % gewachsen, das ist doppelt so stark wie die gesamte Industrie. Auch für das Jahr 2007 ist nach den aktuell vorliegenden Zahlen ein weiteres Branchenwachstum zu erwarten. "Allein beim Investitionsvolumen gehen wir für 2007 von einer Steigerung um 50 % auf 309 Mio. Euro aus. Damit sich die Automobilindustrie auch mittelfristig erfolgreich entwickeln kann, bedarf es allerdings einer verstärkten Absicherung bzw. Unterstützung durch die Politik, die wir bislang weitestgehend vermissen", kritisiert Krainz die fehlenden politischen Visionen der Entscheidungsträger. Neben einem deutlichen Bekenntnis zum Automobilland Österreich, erwarte man sich mehr politische Kontinuität und eine sachliche Argumentation bzw. Diskussion bei tagesaktuellen Problemen, ergänzt der Fachverbandsobmann.

"Autoland Österreich": Letzter industriepolitischer Impuls war 1978 die Vision des "Austro-Porsche"
Die heimische Automobilindustrie profitierte in den vergangenen zwei Jahrzehnten vor allem von internationalen Investoren. Ohne deren Vertrauen in den Automobilstandort Österreich, hätte sich der gesamte automotive Sektor nicht in diesem Ausmaß entwickeln und am Weltmarkt etablieren können. "Damit die österreichischen Unternehmen im internationalen Wettbewerb weiterhin eine gewichtige Rolle spielen, benötigen wir entsprechende wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen. Nur durch eine klare Positionierung als "Autoland Österreich", in dem die Verkehrspolitik eine kontinuierliche Rolle auf der tagespolitischen Agenda inne hat und Adhoc-Aktionen des Gesetzgebers vermieden werden, kann der Erfolg der Branche gesichert werden", fordert Krainz.

Umweltschutz: Automobilindustrie nimmt ihre Verantwortung wahr Beim Umweltschutz zeigt der Fachverbandsobmann wenig Verständnis dafür, dass die Automobilindustrie als Sündenbock herangezogen wird. "Durch die kontinuierliche Modernisierung der Technik konnten die Emissionen der Fahrzeuge in den vergangenen Jahren um ein Vielfaches reduziert werden. Statt sich in Emotionalität zu üben, müssen wir die auf dem Tisch liegenden Fakten diskutieren. Wäre jedes Kraftfahrzeug Österreichs mit der modernsten verfügbaren Technik ausgerüstet, so könnten die durch den Straßenverkehr verursachten Emissionen z.B. um 63 % bei NOx und um 82 % bei den Abgaspartikeln reduziert werden.. Das Ziel sollte daher sein, die neuesten Fahrzeugtechnologien den Konsumenten auch entsprechend schmackhaft zu machen", erklärt Fachverbandsobmann Krainz und ergänzt, dass der mit 500 Mio. Euro dotierte Klima- und Energiefonds in diesem Zusammenhang ein geeignetes Instrument sei. Mit 5 % bzw. 25 Mio. Euro könnte daraus z.B. ein zusätzlicher Kaufanreiz für 30.000 Fahrzeuge der neuesten und umweltfreundlichsten Generation in Höhe von jeweils rund 800 Euro finanziert werden. Ein hier eingesetztes Geld schützt unmittelbar die Umwelt. Zusätzlich sollte laut Krainz die öffentliche Beschaffung ihre Vorbildwirkung durch eine rasche Erneuerung ihres Fuhrparks unter Bedachtnahme auf die Umwelt und die heimische Produktion verstärkt wahrnehmen.

Volkswirtschaftlicher Erfolgsfaktor Mobilität
Die Fahrzeugindustrie nimmt eine Schlüsselposition in der österreichischen Industrielandschaft ein. Jeder achte Arbeitsplatz unseres Landes ist direkt bzw. indirekt vom Automobil abhängig, das sind rund 360.000 Beschäftigte. Die Branche ist mit
12.000 Euro F&E-Investitionen pro Mitarbeiter die zweitintensivste Forschungs-Branche der österreichischen Industrie. Dank dieser starken Innovationskraft sichern die Unternehmen die Mobilität und die österreichische Volkswirtschaft. "In Österreich pendeln täglich rund 3,4 Mio. Menschen. 60 % davon sind für das Erreichen ihres Arbeitsplatzes auf ein Auto angewiesen. Diese Zahlen beweisen eindrucksvoll, dass der wirtschaftliche Erfolg unseres Landes zu einem gewichtigen Teil von den Leistungen der Automobilindustrie abhängig ist", schließt Bruno Krainz seine Ausführungen ab.

Der Fachverband der Fahrzeugindustrie
Der Fachverband der Fahrzeugindustrie Österreichs ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts und die gesetzliche Interessenvertretung jener Betriebe, die eine Gewerbeberechtigung aus dem Bereich der Fahrzeugindustrie besitzen. Der Verband zählt rund 200 Mitgliedsbetriebe mit insgesamt 35.300 Beschäftigten, die zuletzt im Jahr 2006 einen Produktionswert von rund 12,5 Mrd. Euro (Schätzung) erwirtschafteten. Bedingt durch den kleinen Inlandsmarkt müssen sich die Unternehmen mit ihren technisch hochwertigen Produkten auf den Märkten der ganzen Welt bewähren. Die hohe Direkt-Exportquote von 87 % belegt unter anderem, dass dies in hervorragender Weise gelingt, und die Produkte der Branche weltweit einen sehr hohen Ruf genießen. Vielfach bestimmen die Industriefirmen Technologien und Trends weltweit mit, oder geben sie zum Teil sogar vor. (JR)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
FV der Fahrzeugindustrie
Mag. Walter Linszbauer
Tel.: (++43) 0590 900-4801
Fax: (++43) 0590 900-289
kfz@wko.at
http://wko.at/fahrzeuge

***OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT***

OTS0039 2007-05-25/09:06